2012

2012 HauptplakatEs hat den in Stuttgart geborene Roland Emmerich bereits vor Jahren nach Hollywood verschlagen, wo er sich inzwischen einen Namen als „Krach-Bumm“-Special Effects Regiesseur gemacht hat. Mit „Independence Day“ schickte er uns Alien auf die Erde und ließ eine Gruppe von unterschiedlichen Charakteren (allen voran Will Smith und Jeff Goldblum, aber der entscheidenden Gegenschlag gelang dann Randy Quaid) gegen diese – nicht nur an den Kinokassen, sondern auch bei den Kritikern – erfolgreich in den Krieg ziehen. Etwas schlechter kam da schon sein zweiter Katastrophenfilm daher. In „The Day After Tomorrow“ müssen sich u.a. Dennis Quaid und Jake Gyllenhaal mit einer zweiten Eiszeit auf Erden herumschlagen. Und der stetige Abstieg der Emmerich-Filme wird jetzt mit „2012“ fortgesetzt.

Erst einmal befinden wir uns im Hier und Jetzt: 2009 entdeckt ein indischer Wissenschaftler, das die Zukunft der Menschheit in Gefahr ist. Wie bereits die Maya vorhergesagt haben, wird es zu einer Erdkrustenverschiebung kommen. Soll heißen: Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutwellen, das ganze Programm. Die Regierung tüftelt einen geheimen Plan aus um die Existenz der Menschheit zu sichern. In riesigen Archen soll die Katastrophe überstanden werden. Ausgewählte Menschen sollen für den Fortbestand der Zivilisation sorgen. Dabei gilt für die verantwortlichen Personen: Wer viel Geld für einen Platz auf einer der Archen investiert, ist klar im Vorteil. Derweil verbringt der geschiedene und wenig erfolgreiche Autor Jackson Curtis ein Wochenende mit seinen Kindern im Yellowstone Nationalpark. Dort treffen sie auf den übergeschnappt wirkenden Charlie Frost, der in seiner Radiosendung und auf einem Blog über den bevorstehenden Untergang der Welt berichtet. Natürlich bleibt Jackson erst einmal skeptisch, aber als in den darauf folgenden Tagen immer wieder Erdbeben die ganze Welt erschüttern, setzt das Jackson dann doch in Alarmbereitschaft.

Szenebild 1Und so schaukelt sich der Film – wie jeder andere Katastrophenfilm – immer weiter in die Höhe, zeigt verschiedene Charaktere im Umgang mit der weltweiten Katastrophe. Aber sei es John Cusack als gefühlter Hauptprotagonist der Geschichte, Chiwetel Ejiofor („American Gangster“) als an der Regierung zweifelnder Wissenschaftler, Danny Glover als US Präsident oder Oliver Platt als radikales Regierungsmitglied, wirklich ausgearbeitet wirken die Charaktere nicht, das Spiel der Darsteller wirkt eher so, als wäre ihnen allen von vornherein klar gewesen, dass sie neben den Special Effects eine Nebenrolle einnehmen würden.

Dann wären da noch die Action Sequenzen, in denen die Special Effects hauptsächlich eingesetzt werden. Und diese Action Sequenzen sind immer wieder nach dem gleichen Schema aufgebaut. Die Darsteller flüchten in einem Auto zu Lande oder in einem Flugzeug in der Luft vor einer drohenden Katastrophe. Immer und immer wieder, Szenebild 2nie werden neue Aspekte hinzugefügt. Man fühlt sich wie in einer Dauerschleife gefangen. Ein Wiederholungseffekt der uns einfach immer wieder die besten Szenen aus dem Trailer vorspielt. Dann gesellt sich noch die ein oder andere humoristische Einlage hinzu, die aber hier völlig deplatziert wirken, strengen sich doch einige der Darsteller zumindest ein wenig an, ihre total bescheuerten Dialogzeilen ernst über die Lippen zu bekommen und den Film zu keiner Katastrophenfilm-Persiflage verkommen zu lassen.

„2012“ ist eine Menge „Krach-Bumm“ – durchaus hübsch in Szene gesetzt. Aber man merkt es Roland Emmerich an, dass sein Hauptaugenmerk nicht etwa auf der Handlung, den Dialogen oder den Charakteren gelegen hat, sondern eben auf die visuellen Effekte. Wer mal eben 158 Minuten nichts zu tun hat, kann sich das Spektakel ruhig anschauen. Für alle die keine drei Stunden ihres Lebens opfern wollen, denen sei gesagt, dass sie auch nichts verpassen werden.

Denis Sasse
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