(500) Days of Summer

(500) Days Of SummerWenn Regisseure von Musikvideos in der Filmwelt Fuß fassen wollen kommen dabei oft abgedrehte Hip-Filme wie das knallbunte Actionspektakel „3 Engel für Charlie“ und dessen Fortsetzung heraus. Marc Webb hat die Kurve bekommen. Bisher konnte er auf seiner Regieliste Videos für Green Day oder 3 Doors Down verbuchen, jetzt darf er mit „(500) Days of Summer“ eine der wohl nicht originellsten, aber nachempfindbarsten nicht-romantischsten Komödien des Jahres in seiner Filmographie aufnehmen.

Das „(500) Days of Summer“ eben keine weitere RomCom ist, dass macht uns die Erzählstimme zu Beginn des Filmes klar. Es handelt sich hier nicht einfach um eine Liebesgeschichte. Wenn man kurz zusammenfassen sollte um was es sich hier eigentlich dreht, dann könnte man es schlicht und ergreifend mit „um das Leben“ zusammenfassen.

Tom HansenDa haben wir die Hauptfigur – Tom Hansen – der sein Leben in einer Grußkarten Firma fristet. Er glaub an Schicksal, er glaub an die Liebe und er wartet auf die Frau die sein Leben für immer verändern wird. Dann trifft er auf Summer Finn, die neue Sekretärin seines Chefs. Summer ist das genaue Gegenteil – aber die ziehen sich ja bekanntlich an. An Gefühle wie die Liebe verschwendet sie keinen Gedanken, sie lebt in den Tag hinein, lässt die Dinge auf sich zukommen und ist ganz sicher nicht für eine Beziehung bereit, da sie sich nicht binden will, sie will frei sein. Man nimmt nicht zuviel vorweg wenn man sagt, dass es natürlich zwischen den beiden funkt. Aber wie bereits erwähnt, ist der Film keine Liebesgeschichte. Also wird dem Zuschauer auch ganz schnell klar gemacht, das Tom und Summer nicht für immer zusammen bleiben werden. Und das ist der eigentliche Beginn des Filmes. Oder auch nicht. Denn immer wieder switched das Geschehen hin und her. Mal erleben wir einen der ersten Tage, an denen das Leben unglaublich schön zu sein scheint, an dem keine Sorgen vorhanden sind, Tage an denen Tom und Summer wie füreinander geschaffen scheinen. Dann aber werden wir an das Ende der schönen Zeit geführt, wo Tom verzweifelt versucht herauszufinden was eigentlich schief gelaufen ist.

Wenn man den Film jetzt in den Himmel loben möchte, weiß man erst einmal gar nicht wo man anfangen soll. Mehreres sollte zur Sprache gebracht werden: Fangen wir doch mit den Darstellern an. Wenn man sich die Entwicklung eines Joseph Gordon-Levitt von „Hintern Mond gleich Links“ bis hier an diesen Punkt anschaut, muss man schon beeindruckt sein. Man möchte an dieser Stelle vielleicht sogar einen Vergleich zwischen ihm und Heath Ledger anstellen, mit dem er zufällig auch in dem 1999er Film „10 Dinge die ich an dir hasse“ gespielt hat. Tom & SummerDer Grenzgang zwischen überglücklichen Tom, der gerade die Liebe seines Lebens gefunden hat über komödiantische Musicaleinlagen bis hin zu einer Figur, die aufgrund der Trennung von seiner Seelenverwandten niedergeschlagener nicht sein könnte, findet er immer das richtige Spiel um seinen Charakter glaubhaft zu verkörpern. Er wird sicher für den ein oder anderen zu einer Identifikationsfigur, so real scheint die Person des Tom Hansen zu sein. Der Film wird natürlich nicht von ihm allein getragen, auch wenn er besonders hervorsticht, nimmt die neben ihm spielende Zooey Deschanel einen weiteren großen Part auf der Leinwand ein. Wie bereits in „Der Ja-Sager“ mimt sie das draufgängerische Mädel das nicht erwachsen werden will, das sich treiben lässt. Und ebenfalls wie in „Der Ja-Sager“ darf sie auf einer Karaoke Bühne einmal mehr ihre Gesangskünste unter Beweis stellen (im echten Leben bildet sie mit dem Gitarristen und Singer-Songwriter Matt Ward das Duo „She & Him“). Hinzu kommt das die beiden Darsteller nicht nur allein wunderbar ihren Charakteren Leben einhauchen, sondern auch diese gewisse Chemie zwischen den beiden stimmig ist.

In The ElevatorUnterstrichen wird die Handlung und das Schauspiel von einem Soundtrack den man sicher mehrmals am Tag rauf und runter hören kann ohne das er langweilig werden würde. Regina Spektor, Carla Bruni, Feist, The Smiths, Simon & Garfunkel und ja, natürlich auch She & Him wurden passend in den Film integriert. Die Musik in „(500) Days of Summer“ läuft nicht einfach nur im Hintergrund zur szenischen Untermalung. Die Musik ist ein fester Bestandteil auf den man einfach achten muss.

„(500) Days of Summer“ ist ein Must-See Film von der ersten bis zur letzten Sekunde. Ein Film über das Leben wie es wirklich ist und nicht darüber wie es laut Filmen, Popsongs oder Grußkarten erscheinen soll.

Denis Sasse
Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt noch keine Kommentare.

Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s