Away We Go

Away We GoRegisseur Sam Mendes war zuletzt mit „Zeiten des Aufruhrs“ – ein 2008er Drama mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen – auf der großen Leinwand vertreten. Außerdem zeichnet er sich für „American Beauty“ verantwortlich und hat nun mit „Away We Go“ seine Trilogie von Filmen komplett, die sich mit der Ehe beschäftigen.

Die beiden Hauptcharaktere Burt und Verona – dargestellt von John Krasinski und Maya Rudolph – haben noch keinen Gedanken daran verschwendet sich häuslich niederzulassen. Das Pärchen Anfang 30 lebt unbeschwert in den Tag hinein. Dann aber wird Verona schwanger und irgendwie bekommen sie das Gefühl es in ihrem Leben zu noch nichts gebracht zu haben. Zu allem Überfluss verschwindet auch noch ihr letzter sozialer Bezugspunkt in ihrem Umfeld. Burts Eltern Gloria und Jerry (Jeff Daniels und Catherine O’Hara) verkünden nämlich überraschend, dass sie für zwei Jahre nach Belgien auswandern werden. Wo sie hier nun auch noch die erwartete Unterstützung verlieren, beschließen die beiden einen Neuanfang zu wagen und ihr heruntergekommenes Heim in Colorado hinter sich zu lassen. Sie entschließen sich quer durch die USA zu reisen um einen Ort zu finden an dem ihr Kind aufwachsen soll. Neben einem idealen Ort zum leben suchen sie außerdem bei ihren Freunden nach jemanden, der ihnen das perfekte Familienmodell vorlebt. Doch all ihre Begegnungen fallen anders aus als sie es eigentlich erwartet hätten. Ihr Plan ein Heim zu finden entpuppt sich immer mehr als eine Odyssee quer durch Amerika.

Away We Go 1Sam Mendes zeigt das man sich besser keine Vorbilder suchen sollte, wenn es darum geht herauszufinden wie man sein Leben leben möchte. Mit „Away We Go“ behandelt er eben diese Frage nach einem Familienmodell, das wohl am ehesten mit dem Leben kompatibel ist. Dabei schickt das Autorenehepaar Vendela Vida und Dave Eggers ihre zwei Hauptprotagonisten auf einen Road Trip quer durch Nordamerika. Texttafeln auf der Leinwand zeigen dabei einleitend die Reiseziele des jungen Paares an und bringen damit eine episodische Struktur in „Away We Go“, die sehr stark dazu beiträgt, dass sich die Aufbruchstimmung mit der sich Burt und Verona ständig konfrontiert sehen, auch auf die Zuschauer überträgt.

Allerdings durchschaut man spätestens bei der zweiten Reisestation das Konzept, dass sich fortan weiter durch die Handlung zieht: In komödiantischen Episoden schaut sich das Pärchen das Familienleben einer Reihe anderer Paare an und versucht für sich zu entscheiden, welche Form des Zusammenlebens für sie am idealsten wäre. Dabei treffen sie auf Neurotiker und Exzentriker, werden selbst aber so warmherzig, humorvoll und schlagfertig charakterisiert, dass man ihnen die Rolle der Verlierer eigentlich gar nicht abnehmen möchte.

Away We Go 2Das liegt aber dann doch eher am Drehbuch als an den Hauptdarstellern. Wir erleben zum ersten Mal John Krasinski in einer Filmhauptrolle. Zuletzt war er in George Clooneys „Leatherheads“ zu sehen, dürfte aber vielen durch die US Version der TV Serie „The Office“ oder zu deutsch „Stromberg“ bekannt sein. Den weiblichen Part übernimmt Maya Rudolph, die bis Anfang 2009 noch als Comedian in der US Fernsehshow „Saturday Night Live“ aktiv war und hier einen erfolgreichen Schritt auf die große Leinwand macht. Aber auch die Nebendarsteller fügen sich perfekt in den Film ein. Catherine O’Hara („Penelope“) und Jeff Daniels („State Of Play“) als Burts Eltern oder auch Maggie Gyllenhaal (“The Dark Knight”) mit ihren jeweiligen skurrilen Auftritten bereichern den Film um einige wunderbare Momente.

Trotz allem ist „Away We Go“ leider nicht mehr als eine gute Komödie geworden. Sam Mendes hätte hier mehr erschaffen können als einen Film der vor allem durch seine witzigen One-Liner in Erinnerung bleiben wird. Ein Film den man gesehen haben sollte, aber bei dem man sich nicht mit zu vielen Erwartungen in den Kinosessel setzen sollte.

Denis Sasse

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