Das Leuchten der Stille

Am 29.April startete ‚Mir dir an meiner Seite‘ in den deutschen Kinos. Hier schlägt sich Miley Cyrus zum ersten Mal fernab von ihrer ‚Hannah Montana‘ Figur durch einen Film, der wiederum auf einem Roman von Nicolas Sparks (‚The Last Song‘, 2009) beruht. Direkt eine Woche später – am 6.Mai – startet der nächste auf einem Roman von Sparks basierende Film: ‚Das Leuchten der Stille‘ (Originaltitel: ‚Dear John‘) mit Amanda Seyfried (‚Mamma Mia‘, ‚Jennifers Body‘) und Channing Tatum (‚Public Enemies‘, ‚G.I.Joe‘) in den Hauptrollen. Als Regisseur konnte man Lasse Hallström gewinnen, der zuletzt mit ‚Hachiko‘ beweisen konnte, das er in der Lage ist dem Kinogänger die ein oder andere Träne zu entlocken. Ich habe bisher noch nicht herausfinden können, inwiefern der deutsche Titel etwas mit dem Film zu tun haben könnte. Der Originaltitel ‚Dear John‘ soll derweil auf den so betitelten Brief hindeuten, der versendet wird um sich von einem abwesenden Freund oder Ehemann zu trennen. Damit wird im Originaltitel direkt verraten, das diese Geschichte kein gutes Ende nehmen wird.

Channing Tatum ist John, der sich auf den ersten Blick in Savannah (Amanda Seyfried) verliebt. Sie verbringen einen unvergesslichen Sommer miteinander, für beide die wohl schönste Zeit ihres bisherigen Lebens. Noch einmal muss John zu seiner Einheit in der US Army zurück, dann hat er den Dienst hinter sich gebracht und nichts könnte ihn dann noch von seiner Savannah trennen. Dann aber passiert das Unvorstellbare: Der Anschlag auf das World Trade Center am 11.September zwingt John dazu weitere Jahre von seiner Geliebten getrennt zu sein, das Schicksal scheint es nicht gut zu meinen mit den Beiden. Unzählige Briefe wandern um die ganze Welt, Briefe in denen John und Savannah sich ewige Liebe schwören. Eines Tages bekommt John dann aber den Abschiedsbrief. Savannah hat sich mit einen anderen verlobt.

Die Inszenierungen von Hallström muss man eigentlich einfach respektieren. Fernab von der heutzutage anscheinend beliebten romantischen Komödie schafft er es Filme zu machen, bei der zumindest eine Träne die Wangen herunterkullern wird. Dabei ist ‚Das Leuchten der Stille‘ allerdings schon etwas kitschig geraten. Der erste Kuss der beiden Hauptdarsteller findet natürlich bei strömenden Regen statt. Warum man ausgerechnet immer wieder auf eine solche Kulisse als besonders romantisch zurückgreift, sei einmal dahingestellt, funktionieren tut es trotzdem. Vielleicht ist es die Liebe die hier bekräftigt werden soll. In einer Umwelt die ungemütlicher nicht sein könnte, nass und dreckig, entdecken zwei Menschen dennoch ihre Gefühle füreinander. Auch die darauf folgende, musikalisch unterlegte, ‚Schöne Welt‘ Montage, in der wir erleben wie John und Savannah eine romantische gemeinsame Zeit miteinander verbringen, dürfte als Stilmittel schon mehrmals hergehalten haben.

Channing Tatum versucht hier aus der Figur des John eine anspruchsvolle Rolle zu machen, scheitert aber daran dieser die nötige Tiefe zu verleihen. Vielleicht prädestinieren ihn seine bisherigen filmischen Ausflüge, wie z.B. seine Rolle in ‚G.I.Joe‘ nicht unbedingt, eine besonders tiefe darstellerische Leistung abzuliefern. Der Vergleich, alle Soldaten der US Army seien wie Münzen, alle würden geprägt und eingesetzt werden, keine Münze oder Soldat unterscheidet sich, ausser man findet einen Fehldruck, ist zwar nachvollziehbar, nur möchte man bezweifeln das John dieser Fehldruck ist, auch wenn er sich als solcher geben möchte. Das scheitert in Situationen in denen er wie ein stereotypischer Soldat um sich schlägt, wenn er mit einer Situation nicht zufrieden zu sein scheint. Ganz anders agiert Amanda Seyfried, die sich glücklicherweise nicht auf das schauspielerische Niveau von ihrer Figur in ‚Jennifers Body‘ zurückbegibt.

‚Das Leuchten der Stille‘ reicht in seiner gewollten Dramatik nicht an vorherige Werke von Regisseur Lasse Hallström heran. Auch die Chemie die zwischen den Hauptprotagonisten vorhanden sein sollte darf hier angezweifelt werden. Dennoch bleiben die romantische Ausflüge Hallströms immer noch ein kleiner Lichtblick in der großen Welt der Dramen aus Hollywood.

Denis Sasse

1 Kommentar

  1. […] Die Kritik zum Film ist jetzt hier Online. […]


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