Date Night

Regisseur Shawn Levy hatte in den letzten Jahren seinen größten Erfolg mit den ‚Nachts im Museum‘ Filmen, bei denen er seinen Hauptdarsteller Ben Stiller durch Museen hetzte, in denen die Ausstellungsstücke durch einen Fluch lebendig geworden sind. Wie auch in seinem neuesten Film ‚Date Night‘, wollte sich der Filmemacher nicht auf die Leistung seines Hauptprotagonisten alleine verlassen und versammelte eine ganze Schar von unterschiedlichsten Hollywooddarstellern um Stiller herum um den Film mit möglichst vielen bekannten Gesichtern aufzupolieren. Jetzt schickt er mit eben ‚Date Night‘ die beiden Seriendarsteller Steve Carell und Tina Fey durch eine ähnliche Hetzjagd quer durch New York. Carell hat bereits einige Filme auf seiner Filmographie vorzuweisen (‚Get Smart‘, ‚Evan Allmächtig‘, ‚Little Miss Sunshine‘), dürfte aber zumindest dem amerikanischen Publikum vorallem durch seine Rolle als Michael Scott in der US Variante der hierzulande als ‚Stromberg‘ bekannten Bürokomödie. An seiner Seite sieht man Tina Fey (‚Baby Mama‘, ‚Mean Girls‘, ‚The Invention Of Lying‘), die als Sarah Palin Nachahmerin in der US Show ‚Saturday Night Live‘ Aufmerksam auf sich machen konnte. Inzwischen ist sie in der von ihr entwickelten Serie ’30 Rock‘ zu bewundern. Und jetzt werden diese beiden Charaktere von Shawn Levy auf eben eine ‚Date Night‘ geschickt.

Sie spielen das Ehepaar Foster, bei denen der Alltag schon lange Zeit das Leben bestimmt. Zwar sind sie glücklich miteinander – sowie mit ihren Kindern – aber selbst das obligatorische Ausgehen ist inzwischen gähnend langweilig geworden. Was also tun? Man einigt sich darauf einmal aus der Routine auszubrechen und zumindest einen anderen Laden aufzusuchen um das traditionelle Essengehen fortzusetzen. Dabei stoßen sie auf eines der angesagtesten Restaurants in Manhattan. Natürlich ist ihr spontanes Auftauchen dort weniger Erfolgreich, hätte man doch am besten bereits ein halbes Jahr vorher reservieren sollen um hier an einen Tisch zu kommen. Da aber das Ehepaar Tripplehorn anscheinend nicht auftaucht um ihre Reservierung anzutreten, übernimmen die Fosters deren Identität um sich einen schönen Abend zu sichern. Dummerweise sind die Tripplehorns kein normales Ehepaar, sondern haben einem Großkriminellen einen kleinen USB Stick mit wichtigen Material abgenommen. Natürlich hat dieser zwei seiner Schläger – und zeitgleich Polizisten – auf die Tripplehorns angesetzt um diesen wiederzubeschaffen. Natürlich lassen sich diese nicht davon überzeugen, dass die Fosters gar nicht die Tripplehorns sind und somit beginnt eine Jagd quer durch die Stadt.

Und auch diesmal schickt Shawn Levy seine Hauptfiguren nicht alleine durch diese Komödie. Rund um Steve Carell und Tina Fey haben sich Darsteller wie Mark Wahlberg (‚In meinem Himmel‘), Leighton Meester (aus der TV Serie ‚Gossip Girl‘), Kristen Wiig (‚Whip It‘ sowie ebenfalls, wie Tina Fey, aus der US Show ‚Saturday Night Live‘), Mark Ruffalo (‚Shutter Island‘), James Franco (‚Der Ananas Express‘) oder Ray Liotta (‚Observe & Report‘) versammelt um diesem Film die bekannten Gesichter zu bescheren mit denen der Regisseur als Stilmittel anscheinend immer zu arbeiten versucht. Bei manchen funktioniert es, wer könnte zum Beispiel besser den ewigen Mafiabösewicht verkörpern als ein Ray Liotta und auch muskelbepackter gut aussehender Mark Wahlberg erfüllt voll und ganz seine Rolle. Ob ein grotesk spielendes James Franco/Mila Kunis Junkie Ehepaar unbedingt nötig gewesen wäre sei mal dahingestellt und auch Mark Ruffalo hat keinen Auftritt der einem in Erinnerung bleiben wird. Aber im Endeffekt soll es hier ja auch nicht um schauspielerische Leistungen gehen sondern darum einen Film mit ein paar bekannten Größen zu füllen. Sieht man die Verpflichtung der Damen und Herren unter diesem Gesichtspunkt hat Shawn Levy sicherlich einmal mehr bewiesen das er seine Filme zu füllen vermag.

Zu der Geschichte an sich sei auch nicht so viel gesagt. Es ist natürlich eine nette Idee die hinter der Komödie steckt, aber sowohl Steve Carrell als auch Tina Fey sind hier nicht gerade in Höchstform. Wer ‚The Office‘ oder ‚30 Rock‘ kennt wird enttäuscht sein das der Humor nie ein solches Level erreicht. Der Film dümpelt vor sich hin, schickt das Ehepaar von Situation zu Situation und manchmal fragt man sich schon, wieso ein so eingerostetes, dem Alltag verfallendes, langweiliges Pärchen auf einmal eine 180 Grad Wendung hinnimmt ohne das vorher eine Entwicklung in diese Richtung stattfindet. Wahrscheinlich muss man das wieder in die Schublade ‚Komödie‘ stecken. Trotzdem hat der Film auch seine Höhepunkte. Man darf getrost sagen, dass wir die wohl beste Verfolgungsjagd der letzten Jahre geboten bekommen. Was Levy da mit Carrell, Fey und zwei Autos inszeniert, möchte man gerne öfters sehen. Würde der Film aus mehreren solcher gelungenen Szenen bestehen, hätte sich das Carrell/Fey Gespann mit diesem Film sicherlich einen größeren Namen machen können. So bleiben sie erst einmal weiterhin die ‚Seriendarsteller‘ die sie sind.

Denis Sasse

1 Kommentar

  1. […] was wir da zu sehen bekommen, dass erfahrt ihr jetzt hier in der Filmkritik zu ‘Date […]


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