Die Verlierer

In den USA erschienen zwischen den Jahren 2003 und 2006 insgesamt 32 Ausgaben der Comicserie ‚The Losers‘. Regisseur Sylvain White (‚Stomp The Yard‘) hat sich dieser Vorlage angenommen und versucht sich mit dem gleichnamigen Film (deutscher Titel: ‚Die Verlierer‘) in der Welt der Comicverfilmungen zu etablieren. Dabei hat er mit den Darstellern Chris Evans und Jeffrey Dean Morgan zwei erfahrene Männer auf seiner Besetzungsliste, wenn es um Comicverfilmungen geht. War Morgan als Comedian in der Graphic Novel Verfilmung ‚Watchmen‘ zu sehen, so hat Chris Evans bereits zwei Auftritte als menschliche Fackel in den Marvel Adaptionen ‚Die Fantastischen Vier‘ hinter sich gebracht und wird demnächst in das Kostüm des ersten Rächers ‚Captain America‘ schlüpfen.

Jetzt ist er aber erst einmal Jensen, der Spezialist für Computer und sonstiges technisches Spielzeug in der ‚Losers‘ Einheit. Außerdem gehören noch Cougar, der Scharfschütze im Team, der für den Transport verantwortliche Pooch, Roque, der Taktiker der Gruppe und natürlich der Anführer Clay zu den ‚Losers‘. Diese Sondereinheit von Elitekämpfern wurde in den bolivischen Dschungel geschickt um dort eine gefährliche Mission abzuwickeln. Dort angekommen müssen sie dann aber leider feststellen, das sie von Anfang an belogen und betrogen worden sind und es keine Chance für sie gibt heil aus der Sache herauszukommen. Durch einen Zufall trifft es dann aber nicht die ‚Losers‘, sondern mehr als ein Dutzend unschuldiger Kinder. Auf der einen Seite eine tragische Wendung, auf der anderen Seite eine Chance für das Eliteteam – das jetzt als eliminiert gilt – Rache an Max zu nehmen, der für dieses Komplott verantwortlich ist.

Die ersten zehn Minuten dienen zur Vorstellung der Figuren, durch Comicanimationen dargestellt, die direkt aus der Vorlage entnommen sind und optisch darauf Aufmerksam machen, wie nahe die Schauspieler in ihrem Aussehen an ihre Comic-Äquivalente heranreichen. Chris Evans, so gern man ihn auch als Sprücheklopfer der Gruppe hervorheben möchte, steht hier nicht allein im Rampenlicht. Mit dem knallharten, charmanten Anführer Jeffrey Dean Morgan und Óscar Jaenada (‚Che: Part Two‘) als Cougar – der stille, schweigende Killer der Gruppe – sowie Zoe Saldana (‚Avatar‘, ‚Star Trek‘), stehen ihm gleichwertige Schauspielkollegen zur Seite. Etwas zurück bleiben nur die beiden Figuren Pooch (Columbus Short aus ‚Armored‘) und Roque (Idris Elba aus ‚Obsessed‘).

Regisseur Sylvain White setzt bei der Umsetzung der Comicbuchserie auf eine Menge Rock ’n‘ Roll Musik, viele Actionsequenzen und eine gehörige Portion Spaß, am ehesten durch die zahlreichen One-Liner vertreten. Der Film wirkt stylisch aufbereitet. Natürlich bekommen wir die Liebes/Kampfszene zwischen Zoe Saldana und Jeffrey Dean Morgan zu sehen, die leider bereits im Vorfeld zu Promotionszwecken in voller Länge veröffentlicht wurde. Ansonsten gibt es langsam flackerndes Feuer, in Zeitlupe wehende USA Flaggen und einen theatralischen Gang der Losers-Gruppierung in Slow Motion.

Der Stil stimmt, die Darsteller agieren wie ihre Vorbilder und mit Jason Patric (‚In den Schuhen meiner Schwester‘) bekommen die ‚Loser‘ zudem einen smarten, aalglatten Gegenspieler serviert, mit dem man erst einmal fertig werden muss. Aber die Seele des Filmes scheint irgendwo verloren gegangen zu sein. Den Spaß den die Darsteller vermitteln wollen, haben sie selbst anscheinend während des Filmdrehs nicht gehabt. Vielleicht ist es dann aber doch nur der große ‚A-Team‘ Schatten der über ihnen liegt und dem sie sich nicht entziehen können.

‚The Losers‘ kann unterhalten, bleibt aber hinter anderen Comicverfilmungen zurück. In den USA bereits im April angelaufen, hat der Film bisher kein deutsches Startdatum und man darf sich fragen ob die Kinogänger hierzulande bald einen Ausflug in die Videothek machen müssen um dort ‚The Losers‘ zu Gesicht zu bekommen. Den ungeduldigen Menschen sei dann aber doch eher die Vorlage in Form der Comicserie ans Herz gelegt.

Denis Sasse

3 Kommentare

  1. […] zu sehen sein und als Direct-To-DVD Veröffentlichung erscheinen, aber filmtogo rüstet euch an dieser Stelle für den Film in Form der Kritik zu Sylvain Whites […]

  2. […] Deutschlandstart gibt und auch hier die Gefahr besteht – wie bei ‘Die Verlierer’ (siehe hier) – das der Film irgendwann als Direct-To-DVD Veröffentlichung in den Videotheken landet, […]

  3. […] Deutschlandstart gibt und auch hier die Gefahr besteht – wie bei ‘Die Verlierer’ (siehe hier) – das der Film irgendwann als Direct-To-DVD Veröffentlichung in den Videotheken landet, […]


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