Easy Virtue

Bereits 2008 lief die Komödie ‚Easy Virtue‘ in den britischen Kinos. Gemeinsam mit Sheridan Jobbins schrieb Regisseur Stephan Elliot das Drehbuch zu dem Film anhand eines Theaterstückes von Noël Coward aus dem Jahre 1924. Der Film kommt jetzt zwei Jahre später so heimlich, still und leise in die deutschen Kinos, wie er es eigentlich gar nicht verdient hat. Mit Darstellern wie Kristen Scott Thomas (‚Der englische Patient‘), Jessica Biel (‚Das A-Team‘), Colin Firth (‚A Single Man‘) und Ben Barnes (‚Das Bildnis des Dorian Gray‘) dürfte der Film auch mit sehenswerten Vertretern der Schauspielkunst besetzt sein.

Ben Barnes spielt hier den jungen Engländer John Whittaker, der sich in die glamouröse Amerikanerin Larita (Jessica Biel) verliebt. Eine Heirat zwischen den beiden ist schnell beschlossene Sache. Als das Paar dann aber in den Familienstammsitz der Familie Whittaker einkehrt, reagiert Johns Mutter (Kristen Scott Thomas) allergisch auf die neue Schwiegertochter. Larita bemüht sich ihren Platz in der Familie zu finden, bekommt von ihrer Schwiegermutter aber mehr als nur einen Stolperstein in den Weg gelegt. Bald zeigen diese Manipulationen auch Wirkung bei John und Larita fürchtet um ihre Beziehung zu ihrem Geliebten.

Endlich einmal ein Film in dem Jessica Biel beweisen darf das sie mehr drauf hat als sie in ‚Valentinstag‘ oder ‚Chuck & Larry – Wie Feuer und Flamme‘ zeigen durfte. Als wasserstoffblonde Amerikanerin rückt sie sich schauspielerisch neben Colin Firth in den Fokus von ‚Easy Virtue‘. Dabei bleibt der Orlando Bloom-Klon Ben Barnes doch etwas blass, haben Firth und Biel doch die unterhaltsamen Momente des Filmes komplett für sich beansprucht. Colin Firth mimt den sarkastischen Kettenraucher Mr.Whittaker. Dieser scheint in den komödiantischen Momenten des Filmes noch als Comic-Relief zu dienen, entwickelt sich später dann aber durch die seiner Rolle zugeschriebenen Langeweile und der Verknüpfung mit der aus dem britischen Traditionsbewusstsein der Mrs.Whittaker ausbrechenden Larita zu einer der dramatischen Hauptfiguren. Nicht die Geschichte um die Heirat zwischen John und Larita sollte Vordergründing betrachtet werden, sondern der Ausbruch dieser zweier Figuren, die Firth und Biel verkörpern, aus der Gesellschaft in die sich nicht hineinpassen und die von Kristen Scott Thomas als Mrs.Whittaker so vehement und verbissen verkörpert und verteidigt wird.

Es ist schon fast zu einfach aus dem Krieg zweier Frauen gegeneinander eine Komödie zu entwickeln. Hiermit dürfte Regisseur Stephen Elliot keine großen Schwierigkeiten gehabt haben. Es ist vielmehr das Zusammenspiel der Darsteller und das Einfangen der 20er Jahre Atmosphäre die diesen Film tragen. Schon mit dem Vorspann werden die Zuschauer visuell und musikalisch auf die Zeit vorbereitet, in die sie für 92 Minuten zurückversetzt werden. Die Inszenierung wirkt stylisch, das Spiel – allen voran von bereits genannten Colin Firth, Jessica Biel und Kristen Scott Thomas – ist überspitzt, fast schon eine Farce, ebenfalls unterlegt mit liebevoll ausgewählten komödiantischen Klängen.

‚Easy Virtue‘ ist nicht nur der Begriff für ein leicht zu habendes Mädchen, sondern in diesem Fall auch der Titel für eine leichte Komödie, die aber weniger plump oder obszön daherkommt wie so viele andere Vertreter dieses Genres. Eine gut gespieltes, unterhaltsames britisches Filmchen mit einem singenden Ben Barnes, der sich damit für den nächsten Hollywood-Musical-Film empfiehlt und einer auf einem Motorrad an einer Fuchsjagd teilnehmenden Jessica Biel, die hier endlich einmal glänzen darf. Unverständlich das der Film es erst zwei Jahre nach seinem Erscheinen in Großbritannien auch hierzulande in die Kinos schafft, dennoch aber ein verdienter Start im Kino und keine bloße DVD Veröffentlichung.

Denis Sasse

1 Kommentar

  1. […] Ob der Film es verdient hat neben dem Thema Nummer 1 Beachtung zu bekommen erfahrt ihr jetzt hier in der Kritik zum […]


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