Everybody’s Fine

In Italien entstand 1990 unter der Regie von Giuseppe Tornatore („Baaria – La Porta Del Vento“) das Drama “Stanno Tutti Bene” – oder wie es dann übersetzt wurde: “Everybody’s Fine”. Unter der Regie von Kirk Jones („Nanny McPhee“, „Waking Ned“) entstand das amerikanische Remake mit Robert DeNiro in der Hauptrolle. Dieser spielt einen verwitweten Familienvater der seine Kinder vermisst und beschließt ihnen allen einen Besuch abzustatten. Drew Barrymore, Kate Beckinsale und Sam Rockwell stehen ihm dabei als Sprösslinge zur Seite und jeder von ihnen hat seine ganz persönlichen Probleme, die man zwar mit der Mutter teilte, nie jedoch mit dem Vater.

Dabei gestaltet sich der Besuch seines ersten Sohnes gar nicht so erfolgreich. Als er diesen nämlich aufsuchen möchte, steht er vor verschlossener Tür. Der Künstler David scheint gerade nicht zu Hause zu sein. Jedenfalls will sich Frank (DeNiro) nicht aus seinem Zeitplan bringen lassen und beschließt kurzerhand seine Reise fortzusetzen. Er hinterlässt seinem David einen Brief um danach direkt zur nächsten Station aufzubrechen. Bei Amy (Beckinsale) erlebt er eine glückliche Familie. Seine Tochter lebt mit ihrem Mann und Sohn in einem großen, überwältigenden Haus und scheint glücklich zu sein. Aber Frank merkt natürlich das die heile Welt nur eine Fassade ist. Zweiter Stop ist dann bei seinem Sohn Robert – einem Musiker. Im Gegensatz zu Franks Vorstellung sein Sohn sei ein großer Dirigent eines Orchestras, erlebt er hier die ernüchternde Wahrheit und fühlt sich überhaupt nicht wohl mit der Rolle seines Sohnes, der wiederum aber hier offensichtlich die Erfüllung seines Lebens sieht. Zu guter letzt wäre da noch Rosie (Barrymore), die in Las Vegas als Tänzerin ihren Alltag verbringt. Hier erlebt er seine Tochter als lebensfrohe Person die ab und zu auch einmal auf das Kind einer Freundin aufpasst. Aber auch hier merkt Frank schnell, dass seine Tochter ihm nicht die ganze Wahrheit erzählt hat. Und als am Ende dann auch noch herauskommt was mit David los ist, findet das Familiendrama seinen Höhepunkt.

Ein Film der zu Tränen rührt. Robert DeNiro mit einer wundervollen Rolle die er mit all seinem schauspielerischen Talent gekonnt zu füllen vermag. Aber auch die ihm zur Seite stehenden Nebendarsteller tragen ihren Teil zu „Everybody’s Fine“ bei. Dabei ist am Ende die Auflösung der jeweiligen Problematiken mit denen sich die Kinder des Familienvaters herumschlagen aufgebaut wie das Ende eines guten Krimis. Denn erst hier erfährt man, was Frank in den Leben seiner Kinder beobachtet hat. Mit „Everybody’s Fine“ hat Regisseur Kirk Jones ein Drama geschaffen, das vor allem Familienoberhäupter – Eltern – aufzeigen soll, dass ihre Kinder ein Leben ohne sie führen können. Das sie, wenn sie das heimische Nest verlassen haben, sehr gut mit ihren Probleme selbst fertig werden können. Auch das sie ein Leben führen können und oft auch wollen, das eben nicht den Vorstellungen der Vormünder entspricht und es ihnen damit oft besser geht als wenn sie alles so machen würde wie Eltern es für sie geplant hatten.

Natürlich hätte man „Everybody’s Fine“ auch als kleine Arthouse Film mit unbekannten Namen neu auflegen können, aber so hat man einigen Hollywood Größen mal wieder die Gelegenheit geboten einen Film zu drehen, bei dem man sich nicht mit übermäßigen technischen Hilfsmitteln, Stunt-Doubles, 3-D Effekthascherei oder sonstigen beschäftigen musste, sondern man sich auf die darstellerische Tiefe konzentrieren konnte. Und das haben alle beteiligten Personen zur vollsten Zufriedenheit zu Stande gebracht.

Am 18.März startet „Everybody’s Fine“ in den deutschen Kinos.

Denis Sasse
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