‚Für immer Shrek‘

Zum vierten und wohl auch letzten Mal – dafür aber in 3-D – begibt sich der grüne Oger Shrek auf ein Abenteuer im Märchenland Weit-Weit-Weg. Zum letzten Mal sind also Mike Myers, Cameron Diaz und Eddie Murphy als Ur-‚Shrek‘-Stimmengeber, sowie Antonio Banderas (der erst im zweiten Teil als Gestiefelter Kater hinzugestoßen ist) auf der Leinwand zu hören (zumindest in der englischen Originalversion). Zum ersten Mal wiederum begibt sich Mike Mitchell (‚Sky High‘) als Regisseur in die Welt von ‚Shrek‘.

Der Oger hat bereits in den vorherigen drei Teilen ein ganze Reihe von Abenteuern erlebt. Er hat sich einem scheinbar bösen Drachen gestellt, eine wunderschöne Prinzessin gerettet und von ihrem Fluch befreit und das Königreich der Schwiegereltern beschützt. Nun muss er es mit den Tücken des Alltags, mit dem Familienleben aufnehmen. Anstatt als gefürchteter Oger durch die Wälder zu ziehen, darf er Mistgabeln signieren. Nichts wünscht er sich sehnlicher zurück als sein Leben als angsterregender Oger, der sein Leben in Ruhe und Frieden fristen kann. Er will wieder ein richtiger Oger sein. Da kommt das gewiefte Rumpelstilzchen daher, dass ihn zu einem folgenschweren Pakt überredet. Auf einmal findet sich Shrek in einer verdrehten Version des Märchenlandes wieder. Oger werden gejagt, Rumpelstilzchen ist König und Shrek wurde niemals geboren – weder Fiona, noch Esel oder der gestiefelte Kater kennen den grünen Oger.

Aber auch wenn Esel und der nicht mehr ganz so gestiefelte Kater erneut als Comic Relief in der Welt von ‚Shrek‘ funktionieren und solche Figuren oft die meisten Lacher auf ihrer Seite haben, verblasst im vierten Auftritt dieser Animationsserie doch die ‚Gute‘ Seite ein wenig. Es sind die Bösewichte die sich dieses Mal in den Vordergrund ’spielen‘. Rumpelstilzchen überzeugt als wieselartiger Konkurrent, schafft es vom Tellerlecker zum Herrscher eines ganzen Königreichs, sammelt dabei eine Armee von Hexen um sich und fungiert als verqueres Oberhaupt seiner alternativen Realität. Hinzu kommt der Rattenfänger als Auftragskopfgeldjäger, der charmant von Ratten getragen über den Boden schwebt.

Ein wenig ungünstig erscheint es da, dass ausgerechnet der Hauptprotagonist Shrek am langweiligsten daher kommt. Während die Welt um ihn herum sich verändert und es dadurch interessant wird die anderen Figuren neu kennen zu lernen, bleibt Shrek der Alte. Er möchte sich zwar handlungstechnisch verändern, wieder der alte griesgrämige, gefürchtete Oger sein, aber schafft diesen Sprung nicht und entwickelt sich stattdessen noch vielmehr als zuvor zum fürsorglichen Familienvater der zwar ein beschauliches, aber eben auch eintöniges Leben führt. Diese Problematik ist vielleicht der erwachsene Unterton in ‚Für immer Shrek‘. Das Leben als Vaterfigur, die Anforderungen, die Verpflichtungen die dies mit sich bringt. Aber natürlich hat diese ernste Problematik die hier angesprochen wird keinen Einfluss auf den eigentlichen Ton des Filmes, der wieder einmal nur so mit popkulturellen Anspielungen um sich wirft, dabei aber trotzdem den schmalen Grat zwischen heiterer Feel-Good-Comedy und einigen wenigen traurigen, nachdenklichen Einlagen meistert.

Wer nun denkt, dieser vierte Teil wäre eigentlich gar nicht mehr nötig gewesen und hat es nur der 3-D Technologie zu verdanken überhaupt zu existieren, dem darf das Gegenteil bestätigt werden. ‚Für immer Shrek‘ bildet einen gelungenen Abschluss, einen kompletten Abschluss der Filmserie. Wirkt es erst einmal ziemlich platt, dass die Handlung die Welt von Weit-Weit-Weg auf Null setzt und alle Figuren neu definiert, fasst man hier eigentlich die ersten drei Teile noch einmal schön zusammen. Shrek schwelgt in Erinnerungen an seine Freunde, die er in der neuen Welt verloren zu haben scheint, allen voran Fiona, die statt eine vornehme Prinzessin, bzw. eine ansehnliche Ogerin hier eher eine amazonenhafte Kriegerin darstellt. Und auch der Zuschauer erlebt die Figuren noch einmal komplett anders und freut sich am Ende über das Happy-End, wenn alles wieder gut ist im Märchenland und Shrek erkannt hat, dass es eigentlich nicht er war, der die Prinzessin aus dem Turm gerettet hat.

‚Für immer Shrek‘ überzeugt nicht nur auf dreidimensionaler Ebene, sondern weiß auch durch seine Handlung, durch die schöne Geschichte zu überzeugen. Außerdem darf man Rumpelstilzchen und seine scharfzahnige Gans einfach nicht verpassen. Und alle Shrek-Fans dürfen sich auf den Abspann freuen, in dem man noch einmal alle Filme Revue passieren lässt.

Denis Sasse

1 Kommentar

  1. […] Ob der Regisseur in dieser Welt zurecht kommt, dass erfahrt ihr ab sofort in der Filmkritik zu ‘Für Immer Shrek’ hier auf filmtogo. […]


Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s