Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt

Ursprünglich eine Serie von Online Cartoons, wurde 2007 das erste Buch der Serie ‚Gregs Tagebuch‘ in gedruckter Form veröffentlicht. In den USA sind bisher fünf Bücher der ‚Diary of a Wimpy Kid‘, so der Originaltitel, veröffentlicht worden, sowie ein ‚Do It Yourself‘ und ein ‚Movie Diary‘ Buch. Geschaffen wurde ‚Gregs Tagebuch‘ vom amerikanischen Spieleentwickler und Autor Jeff Kinney, der für den Film die Produzentenrolle übernommen hat. Als Änderung zur Vorlage wurde für die Jungschauspielerin Chloë Grace Moretz, bekannt geworden durch ihre Rolle als Hit Girl in Matthew Vaughns ‚Kick-Ass‘, die Rolle der Angie in das Drehbuch geschrieben, eine Figur die in Kinneys Büchern nicht vorkommt.

Ansonsten hält sich der Film an die Handlung des ersten Buches ‚Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt‘. Hier dreht sich alles um Greg Heffley und dessen Lebens- und Überlebenstaktiken auf der Junior Highschool. Gemeinsam mit seinem bestem Freund Rowley versucht er diese unerfreuliche Phase seines Lebens möglichst unbeschadet zu überstehen. Denn auf der Junior Highschool tummeln sich zahlreiche soziale Tretminen. Streber, Vegetarier, Sportler und andere Volltrottel. Um bloß nicht einer von denen zu werden und positiv aus der Masse hervorzustechen, muss ein Plan her. Und die faulende Käsescheibe mit nuklearen Eigenschaften auf dem Schulboden spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Um diese nicht enden wollende Lebensprüfung zu überwinden, ersinnt Greg eine schier endlose Kette von Beliebtheitsprojekten, die natürlich alle schief gehen. Und all das schreibt er auf, in sein Tagebuch. Mit all seinen Gedanken, Meinungen, familiären Feldversuchen und gescheiterten Episoden, die alle das Ziel haben, der coolste Junge auf dem Schulhof zu sein.

Regisseur Thor Freudenthal inszenierte 2009 den Kinderfilm ‚Das Hundehotel‘ mit dem er nicht unbedingt von sich Reden machen konnte. Das wird sich mit der Verfilmung von ‚Gregs Tagebuch‘ zumindest unter Genrefreunden ändern, hat Freudenthal hier doch ein Gespür für eine detailgetreue Umsetzung der literarischen Vorlage bewiesen. Episodenhaft lässt er seine Hauptfigur Greg Heffley durch den Schulalltag stolpern und hat dabei nicht nur auf die Handlungsnähe zum Buch, sondern auch auf das Aussehen der Darsteller Wert gelegt, die allesamt, wenn die Buch-Äquivalente auch eher an Strichmännchen erinnern, gut getroffen wurden.

Die Darsteller wissen aber auch durch ihr Schauspiel zu überzeugen. Der 12 Jahre junge Zachary Gordon, der bisher für Zeichentrickserien wie ‚Afro Samurai‘ oder ‚Batman: The Brave and the Bold‘ als Synchronsprecher tätig war oder kleinere Rollen in der Serie ‚How I Met Your Mother‘ oder dem Film ‚Das Vermächtnis des geheimen Buches‘ übernommen hat, darf hier zum ersten Mal die tragende Rolle in einem Kinospielfilm übernehmen. Gerade bei einer beliebten Kinderbuchserie – vielleicht in den USA mehr als in Deutschland – ist das eine schwere Last die auf seinen Schultern liegt, er aber ohne Probleme zu tragen im Stande ist. Neben ihm agieren – ebenso überzeugend – Robert Capron (‚Hachiko‘, ‚Bride Wars‘) als bester Freund Rowley, Devon Bostick (‚Saw 6‘, ‚Survival of the Dead‘) als nervender Bruder Rodrick, Steve Zahn (‚A Perfect Getaway‘, ‚Sunshine Cleaning‘) als Papa Heffley und natürlich die talentierte Chloë Grace Moretz (‚Kick-Ass‘, ‚Let Me In‘) als die neue Figur in der Welt von ‚Gregs Tagebuch‘: Angie Steadman.

Ein weiteres Thema ist dann auch diese Welt von ‚Gregs Tagebuch‘. Sie sieht aus wie aus einem Cartoon entsprungen, sie ist überspitzt dargestellt, sie ist irgendwie verrückt und damit schafft es der Film ein fast exaktes Abbild der Vorlage zu liefern. Teilweise werden Szenen 1-zu-1 aus dem Buch übernommen, oft auch gezeichnete Bilder verwendet, in denen die Realschauspieler dann auftreten. Viele Dialoge, in aller erster Linie die Off-Texte, die zur Tagebuch-Atmosphäre beitragen, wurden ebenfalls exakt übernommen, so als ob das Buch von Jeff Kinney als Drehbuchvorlage gedient hätte, was auch für den Humor des Filmes sehr zum Vorteil ist, zwar klar an ein jüngeres Publikum gerichtet, hat man auch im älteren Semester durchaus Spaß an dem Leinwandabenteuer von Greg Heffley.

‚Gregs Tagebuch‘ ist ein amüsanter Spaß, der die Kenner der Buchvorlagen freudig stimmen wird, aber auch für Nicht-Kenner verständlich und nachvollziehbar inszeniert wurde. Die Fortsetzung ‚Rodrick Rules‘ wird zu Recht bereits gedreht und mit dem 26.Mai 2011 steht auch bereits ein Veröffentlichungsdatum fest. Erst einmal darf sich das deutsche Publikum aber mit dem ersten Teil der Serie vergnügen, ‚Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt‘ startet am 16.September 2010.

Denis Sasse

1 Kommentar

  1. […] erfahrt ihr ab sofort in der Filmkritik zu ‘Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!’ hier auf filmtogo. Deutschlandstart ist der 16.September […]


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