Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft

Hachiko-HauptplakatWenn man über „Hachiko“ schreiben möchte, muss man sich wohl erst einmal mit der wahren Geschichte beschäftigen, auf der der Film basiert. Hachiko war ein „Akita-Inu“ – eine japanische Hunderasse – im Besitz eines Professors für Agrarwissenschaften an der Universität von Tokyo. Das Besondere war, dass Hachiko sich jeden Morgen mit seinem Herrchen auf den Weg zum Bahnhof machte und sich dort von ihm verabschiedete. Dann machte er sich allein auf den Heimweg und kehrte abends zurück um den Professor auch wieder von dort abzuholen. Im Alter von 54 Jahren verstarb der Professor dann unerwartet, was den Hund aber nicht davon abhielt, weiterhin jeden Abend – 10 Jahre lang – am Bahnhof auf ihn zu warten. 1932 wurde ein Artikel in Tokyos größter Tageszeitung veröffentlicht, wodurch Hachiko die Aufmerksamkeit des ganzen Landes bekam. Beeindruckt von der Treue des Tieres wurde ihm zu Ehren eine Bronzestatue gegossen und in der Nähe des Bahnhofes aufgestellt.

Der schwedische Regisseur Lasse Hallström – der u.a. Werke wie „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ oder „Chocolat“ ablieferte – veramerikanisierte die Handlung und steckte Richard Gere in die Rolle eines sympathischen Musikprofessors namens Parker Wilson, der eines Abends auf dem Heimweg vom Bahnhof einen Akita-Welpen findet. Da das Bahnhofspersonal sich außer Stande sieht sich um den kleinen Hund zu kümmern, nimmt Wilson ihn mit zu sich nach Hause. Sehr zum Unwohl seiner Frau – Joan Allen aus „Pleasantville“ oder zuletzt „Death Race“ – die keinen Hund im Haus haben will. Unterstützt wird Wilson von seiner Tochter – Sarah Roemer („Disturbia“, „The Grudge 2“), die schnell merkt das der Hund frisches Leben in die Familie bringt. Als sich kein Besitzer meldet, wird der Hund zum festen Familienmitglied ernannt. Parker und Hachiko werden ein Herz und eine Seele, bis der Professor jedoch plötzlich einen Herzanfall erleidet und stirbt. Während seine Familie sich langsam mit diesem Schicksalsschlag arrangiert und ihr Leben weiterlebt, hört Hachiko nicht auf, auf sein totes Herrchen zu warten.

Szenebild-1Man muss es dem Regisseur anerkennen, das er die Thematik um „Hachiko“ so sensibel realisiert hat. Hallström versteht es eine fast alltägliche Situation – Zumindest Hunde(Tier)besitzer dürften diese unerklärbare Liebe zwischen Hund und Herrchen verstehen – so eindringlich zu erzählen und sich dabei doch nicht in übertriebener Dramatik zu verlieren – ganz im Gegensatz zu dem 1987er Originalfilm von Seijirô Kôyama, das Melodram „Hachiko Monogatari“, das es sehr wohl versteht auf die Tränendrüse zu drücken.

Hallström liefert hier eher einen Film ab, der zweigeteilt so lustig und dann doch wieder so traurig ist, aber immer zurückhaltend, realitätsnah und subtil erzählt wird, das man getrost sagen kann, dass es einen solchen Film über Liebe und Loyalität schon lange nicht mehr gegeben hat. Natürlich ist dabei der eigentliche Hauptdarsteller des Films der Hund „Hachiko“. Oft begibt sich die Kamera auf die Perspektive des Hundes hinunter und der Zuschauer darf die Handlung in schwarz/weiss Blick aus Hachikos Blick miterleben und sieht die große unverständliche Welt der Menschen, zu der er aber doch – in Form des Professors – eine so innige Bindung eingeht. Die Menschen im Film, allen voran natürlich das Ehepaar Wilson, dargestellt von Richard Gere und Joan Allen, halten sich dezent im Hintergrund, spielen mit fühlbarer Freude die Nebenrollen, zeigen eine Bindung zwischen zwei Menschen, die scheinbar schon viele Jahre besteht und alle Höhen und Tiefen durchlebt hat.

Mit „Hachiko“ kommt nicht nur irgendein Tierfilm auf die Leinwand und auch kein Hauptprotagonist der zu sein versucht wie Lassie, Fury oder Flipper. Regisseur und Darsteller liefern einen 90minütigen Film über Treu, Zuneigung und Vertrauen zwischen Mensch und Tier und benutzen dafür die Hintergründe der wahren Geschichte des Akitá-Hundes Hachikō. Dieser starb übrigens am 8.März 1935. Sein Tod wurde von allen Medien landesweit verkündet. Heute steht der ausgestopfte Hund im National Science Museum im Ueno Bezirk in Tokyo.

Denis Sasse
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1 Kommentar

  1. jaja, der lasse weiss einfach wie es geht… und wer hat von anfang an sein talent erkannt?????

    ….natürlich die vier von abba, als sie ihn damit beauftragt haben video-clips und abba – the movie zu drehen.


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