New Moon – Biss zur Mittagsstunde

In den vergangenen Wochen hat man in diversen Medien von dem Erfolgsregisseur Chris Weitz gehört oder lesen dürfen, der bereits mit „Der goldene Kompass“ einen Mega-Blockbuster hingelegt haben soll und nun mit „New Moon – Biss zur Mittagsstunde“ seine erfolgreichen Regiekünste fortführt. Soweit ich mich erinnere hat „Der goldene Kompass“ allerdings ein eher mageres Einspielergebnis vorzuweisen und man hat sogar die Fortsetzungen „Das magische Messer“ und „Das Bernstein Teleskop“ abgesagt.

Jetzt aber durfte Chris Weitz also doch noch eine Fortsetzung drehen. Zwar nicht für die „His Dark Materials“-Trilogie von Philip Pullmann, aber immerhin für die „Twilight“-Saga von Stephanie Meyer. Während im ersten Teil noch Catherine Hardwick das pubertierende Teenagerherz hat höher schlagen lassen, sollte dieser zweite Teil eine düstere, dramatischere Verfilmung werden. Düster war „New Moon“ dann in den Momenten, wo man die Augen vor lauter Gesülze und nackten Oberkörpern einfach zumachen musste. Mit „Geschichten erzählen“ hat das nichts mehr zu tun, eigentlich ist der ganze Film eine große Marketingkampagne: Möglichst gut gebaute Oberkörper in schnulzige Teenagerproblemsituationen um die echten Kids in’s Kino zu locken. Und mit einem Rekordbruch nach dem anderen – sei es das beste Einspielergebnis einer Mitternachtspremiere – scheint dem Film auch genau das zu gelingen.

Schade ist, das zumindest einige der Schauspieler doch eigentlich mehr zu bieten hätten als sich für diesen Pubertätsschund herzugeben. Kristen Stewart hat zumindest in „Adventureland“ bewiesen, das sie schöne Filme abliefern kann. In „New Moon“ verkommt sie hingegen einmal mehr zu der sturen, trotzköpfigen Bella, die ihre Zeit damit totschlägt sich nicht zwischen einem Vampir und einem Werwolf entscheiden zu können, aber letztendlich doch ganz gerne darum bettelt, zu einem Blutsauger verwandelt zu werden um für immer und ewig mit ihrem Edward vereint sein zu können. Robert Pattinson hingegen hatte immerhin einen guten Start mit seiner Rolle als Cedric Diggory in „Harry Potter und der Feuerkelch“. Hier darf er dann wieder seine schauspielerischen Künste darin beweisen, im Sonnenlicht seine glitzernde Haut zu zeigen. Eine Ausnahme bildet allerdings Taylor Lautner als werwolfmäßiger Konkurrent von Edward. Dieser wird hier genau richtig eingesetzt, traut man ihm mehr als seine noch schmalzigere Rolle als die von Pattinson definitiv nicht zu. Das er hier so Milchbubihaft herüberkommt – trotz Anabolika Oberkörper – ist auch schon eine filmische Kunst für sich. Hat er denn nichts von seiner Sprechrolle als kleine Kinder verprügelnder „Bully“ in „He’s A Bully, Charlie Brown“ gelernt? Man darf seine Darstellung des großen bösen Wolfes jedenfalls gerne mit einem Augenzwinkern wahrnehmen.

Aber man darf ja nicht nur schlecht über den Film reden. Man muss auch positives entdecken. Im schlimmsten Film überhaupt wird es doch wohl noch einige Lichtblicke geben. Und die gibt es auch in „New Moon“. Zuerst einmal sei gesagt, dass Kristen Stewart hoffentlich sehr bald damit anfängt in mehr Filmen als nur die der „Twilight“-Saga aufzutauchen. Die Frau sieht gut aus und hat Talent, von dem sie hier allerdings nur recht wenig zeigen darf. Dann wäre da der deutlich verbesserte Soundtrack, der tatsächlich ohne schnulzige Zwischeneinschübe von Anfang bis Ende zu unterhalten weiß. Zumindest da hat man also ein glückliches Händchen bewiesen. Und auch die Szenen bei den Vulturi in Italien konnten überzeugen. Hier wurde die Stimmung verbreitet, die der ganze Filme hätte haben sollen. Als Nichtkenner der Bücher hoffe ich, dass man noch mehr von Dakota Fanning als Jane zu sehen bekommen wird.

Leider bleibt die Handlung nicht in Italien und wenn es dann am Ende heißt: „Ich beiße dich nur, wenn du mich vorher heiratest!“ und man sich denkt, dass man einen enormen Schlag mit dem Holzhammer ertragen musste um die Teenager darauf hinzuweisen, dass sie bloß kein Sex vor der Ehe haben sollen, genau dann weiß man, dass man sich den dritten Teil der Saga nicht mehr anschauen möchte.

Denis Sasse
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2 Kommentare

  1. tjaja… kristen ist die beste… und jane kommt leider erst wieder im 4ten teil vor… falls es den noch geben sollte… wie war das?? kristen hat keinen bock ein viertes mal bella swan zu spielen??

  2. Klingt vernünftig von der guten Kirsten. Mit dem Charakter würd ich mich auch nicht mein Leben lang identifizieren lassen wollen. Sie schaut gut aus, sie kann jede Rolle haben die sie will! Kirsten for Wonder Woman 😉


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