Prince of Persia

Mit ‚Prince of Persia‘ hat man 1989 den Auftakt zu einer langwährenden Computerspieleserie geschaffen. Das Action-Adventure ‚Sands of Time‘ aus der Reihe war das fünfte Spiel der Serie das im Dezember 2003 veröffentlicht wurde. Nun hat sich der Disney Konzern an eine Verfilmung gewagt. Diese ist der erste Teil einer Trilogie über den Prinzen Dastan, dargestellt von Jake Gyllenhaal (‚Jarhead‘, ‚Brokeback Mountain‘). Produziert wurde ‚Der Sand der Zeit‘ von Jerry Bruckheimer, der bereits mit den ‚Fluch der Karibik‘ Filmen Erfahrungen mit diesem Action-Abenteuer Genre gemacht hat. Auf dem Regiestuhl hat derweil Mike Newell Platz genommen, der als Referenz ‚Harry Potter und der Feuerkelch‘ vorzuweisen hat.

Nach Hogwarts begibt man sich jetzt aber in das Persien des sechsten Jahrhunderts. Hier trifft der charismatische Draufgänger Prinz Dastan auf die bildhübsche Prinzessin Tamina. Nach anfänglicher Abneigung bilden sie einen Bund gegen das Böse, das im Verborgenen ein Komplott gegen das persische Königreich schmiedet. Der machthungrige Bruder des Königs, Nizam, strebt nach dem Thron. Diesen Wunsch soll ihm ein ungewöhnliches Artefakt erfüllen. Ein Dolch, der einen magischen Sand beinhaltet, der Zeit freisetzen und damit die Zeit zurückdrehen kann.

Das Genre der Videospieleverfilmungen ist spätestens seit den Machwerken eines Uwe Boll höchst negativ belastet. Dementsprechend skeptisch begutachtet man dann ein Werk wie ‚Prince of Persia‘, das aber entgegen aller Vorurteile einen unterhaltsamen Film hervorbringt und sich abkapselt von vorherigen Versuchen ein Computerspiel für die große Leinwand zu adaptieren. Und dabei entfernt man sich noch nicht einmal so sehr von den stilistischen Mitteln der Vorlage. Allein in der Anfangssequenz scheint man sich an der Optik des Spieles zu orientieren und bietet den Zuschauern eine Art Tutorial und zeigt, was uns da in den kommenden 116 Minuten erwartet.Diese Form der Erzählstruktur, die doch schon sehr an ein Videospiel erinnert, zieht sich auch weiterhin durch die Handlung. So hat man es geschafft die unterschiedlichen Stationen, die Dastan und Tamina durchlaufen, in Levelstruktur aufzubauen, an dessen Ende dann auch immer ein Endgegner auf Dastan wartet. In einem Fall übernimmt die Figur des Ses, einem Messerwerfer, diesen Endgegnerkampf, so das hier auch die Steuerung eines Nebencharakters thematisiert wird.

Die Darsteller dürften mit diesem Film eine Absicherung geschaffen haben, werden doch wahrscheinlich sowohl Jake Gyllenhaal als auch Gemma Arterton ihre Rollen in folgenden Teilen erneut aufnehmen. Eine interessante Figur ist Scheich Amar, dargestellt von Alfred Molina (‚Spider-Man 2‘, ‚Der rosarote Panther 2‘). Dieser erinnert stark an Sallah aus den ‚Indiana Jones‘ Filmen. Interessant zu wissen, das Alfred Molina eine kleine Rolle in dem ersten ‚Indiana Jones‘ Film hatte und neben Sallah-Darsteller Jonathan Rhys-Davies spielte und sich eventuell hier dann auch ein wenig Inspiration geholt hat.

Inspirieren lassen hat sich auch Regisseur Mike Newell von seinem Produzenten Jerry Bruckheimer. Anders lässt sich die Nähe zu den ‚Fluch der Karibik‘ Filmen jedenfalls nicht erklären. Man muss ‚Prince of Persia‘ als Film ansehen, in dem gut aussehende Darsteller flotte Sprüche austauschen, schnelle Actionszenen vollführen und natürlich miteinander in eine romantische Liebesgeschichte verwickelt werden. Die typischen Zutaten für gutes Popcorn Kino. In diesem Fall allerdings positiv überraschend, da wir es immerhin mit einer Videospieleverfilmung zu tun haben.

Denis Sasse

2 Kommentare

  1. […] wie viele Versuche ein Videospiel auf die Leinwand zu bringen zuvor? Mehr dazu findet ihr in der Filmkritik zu ‘Prince of Persia – Der Sand der […]

  2. […] wie viele Versuche ein Videospiel auf die Leinwand zu bringen zuvor? Mehr dazu findet ihr in der Filmkritik zu ‘Prince of Persia – Der Sand der […]


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