‚Schön bis in den Tod‘

Der Teenie Horrorfilm erfreute sich mit dem Auftauchen von ‚Scream’ 1996 einer neuen Begeisterungswelle, der viele Nachahmungstäter folgten. Während die bisherigen drei Episoden der ‚Scream’ Filme sich allerdings selbst nicht so ernst nahmen und durch eher komödiantische Elemente und Figuren zu überzeugen wussten, versuchten andere Ableger dieses Genres sich düsterer und ernster zu präsentieren. Geglückt ist das wahrscheinlich dann nur den ersten beiden Filmen der ‚Ich weiß was du letzten Sommer getan hast’ Filmserie, die wiederum den Humor der ‚Scream’ Filme durch bekannte Gesichter wie ‚Buffy’ Sarah Michelle Prinze (damals noch Gellar), ihren Ehemann Freddie Prinze Jr., Ryan Phillippe (‚Stop-Loss’, ‚Franklyn’) sowie Jennifer Love Hewitt (inzwischen mit der Fernsehserie ‚Ghost Whisperer’ erfolgreich) kompensiert haben. Alle weiteren Sprösslinge stehen eher im Schatten dieser beiden Vorlagen. Das hat den amerikanischen Filmmarkt nicht daran gehindert, mit ‚Schön bis in den Tod’ (Originaltitel: ‚Sorority Row’) einen weiteren Versuch zu wagen, einen neuen Serienmörder auf die Teenager loszulassen.

Dabei begibt sich der Film in die Welt der Studentinnenverbindung Theta Pi. Als die Studentinnen erfahren, dass Garrett seine Freundin Megan betrogen hat, beschließen sie, ihm einen Denkzettel zu verpassen. Sie inszenieren einen Mord an Megan, um Garrett zu Tode zu erschrecken. Sie überreden ihn, dass die Leiche verschwinden muss und fahren gemeinsam an einen abgelegenen See, wo Megan ins Wasser geworfen werden soll. Aber es kommt alles anders, denn der verstörte Exfreund rammt seiner Freundin einen Montierschlüssel in die Brust. Die Lektion die Garrett verpasst bekommen sollte, verwandelt sich in eine blutige Realität. Der leblose Körper wird in einer verlassenen Mine versteckt und die Freundinnen schwören, niemanden nur ein einziges Wort von dem Vorfall zu erzählen. Aber es scheint jemanden zu geben, der alles beobachtet hat und nun seinerseits den Mädchen von Theta Pi eine Lektion erteilen will.

Regisseur Stewart Hendler hat die unnötige Aufgabe übernommen, einen scheinbar ernst gemeinten Film zu verwirklichen. Aber einmal mehr orientiert man sich dabei an den typischen Klischees eines Teenager-Horrorfilmes. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Gruppe von Mädels, die allesamt einem Katalog entsprungen sein dürften. Mit einer Brille versehen möchte man dann Charakterzüge wie Intelligenz darstellen und ein Mädchen von den anderen abheben. Solche stereotypischen Aussehensmerkmale, aber auch Verhaltensweisen müssen die Figuren aber auch zugeteilt bekommen, kann man sie sonst doch kaum auseinanderhalten.

Um ungezügelt und natürlich auch nackt durch das Bild hüpfen zu dürfen, werden mehr als einmal, sogar mehr als zweimal, Studentenpartys inszeniert, auf denen dann Alkohol konsumiert, gekifft, gefickt und was der typische Student nicht noch so alles macht, werden darf. Und auf der großen Abschlussparty gipfelt dann auch das übliche ‚10-Kleine-Negerlein’ Gemetzel. Wenn man einmal von den üblichen einfallsreichen Tötungsmanövern absieht – Vorsicht: Ironie – ist man teilweise schon froh über den ein oder anderen Mord. Wenn der Killer dann am Ende aber eine auch eigentlich recht zufriedenstellende und plausible Begründung für sein Vorgehen parat hat, erscheint er noch sympathischer als jede der Hauptdarstellerinnen.

Ein wenig freuen darf man sich über die Verpflichtung – wahrscheinlich ist sie bei dem Rollenangebot gerade knapp bei Kasse gewesen – von Carrie ‚Prinzessin Leia’ Fisher, die aber nach ihrem prägnanten ‚Star Wars’ Auftritt sowieso nicht mehr wirklich Fuß fassen konnte in der Maschinerie Hollywoods.

Finger weg von ‚Schön bis in den Tod’, ein langatmiger, wenig innovativer Versuch unbekannte Gesichter durch einen nicht einmal mittelmäßigen Horrorfilm ohne Spannungshöhepunkte oder besondere ‚Aha-Momenten’ zu ziehen. Dann doch lieber auf das Urgestein warten, denn im April 2011 soll in den USA der vierte Teil der ‚Scream’ Serie starten.

Denis Sasse

1 Kommentar

  1. […] bei ‘Schön bis in den Tod’ der Fall ist, erfahrt ihr ab sofort in der Kritik zum Film hier auf filmtogo. Der Film ist bereits seit dem 1.Juli in den deutschen Kinos zu […]


Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s