Survival Of The Dead

1968 konnte ein gewisser George A. Romero im Alter von 28 Jahre von sich Reden machen als er mit ‚Night of the Living Dead‘ das Zombiefilm-Genre für sich beanspruchte. Mit diesem Film machte er sich zu einer Legende, die heute auf keiner Horrorfilm Convention mehr fehlen darf. Obwohl seine neueren filmischen Ergüsse weitaus weniger zu überzeugen wissen und ganz weit hinter anderen Vertretern dieses Genres zurückbleiben. Wir erinnern uns an den 2005er ‚Land of the Dead‘ und den Folgetitel aus dem Jahr 2008 ‚Diary of the Dead‘. Jetzt gibt es einen weiteren Teil in der ‚…of the Dead‘ Serie. Erinnert sich jemand an die Szene in ‚Diary of the Dead‘, in der ein kleiner Trupp von Soldaten den Wohnwagen der Hauptprotagonisten stürmen und durchsuchen? Diese Szene gibt es in ‚Survival of the Dead‘ ebenfalls, diesmal jedoch aus der Sicht der Soldaten, die hier einen Teil der Hauptfiguren ausmachen.

Da Romero ein Setting benutzt, in dem die Toten bereits angefangen haben über die Erde zu wandeln, benötigt es auch keiner großen Einführung in die Thematik. Dann wären da die besagten Soldaten, ein kleiner kriegsmüder Haufen, der sich unerlaubt davon macht, weil sie glauben alleine besser zurecht zu kommen. Sie kämpfen sich bis zu einer kleinen Insel an der Küste von Delaware durch, wo sie hoffen einen sicheren Zufluchtsort zu finden. Aber auf der Insel tobt das gleiche Chaos wie auf dem Festland.Hier leben zwei Familien, die sich fernab von der Zombiebevölkerung auch noch unbedingt bekriegen müssen. Oberhaupt der O’Flynn Familie, Patrick O’Flynn, ist darauf aus, jedem Zombie, dem er begegnet eine Kugel durch den Kopf zu jagen und für deren Ausrottung zu sorgen. Der Verhasste Gegner heißt Shamus Muldoon. Er will die Toten ‚am Leben‘ erhalten, weil er hofft eine Heilung zu finden.

Aus dem Off bekommen wir in den ersten Minuten von der Zombifizierung der Welt erzählt. Die ersten Bilder widmen sich unserem Hauptprotagonisten Alan Van Sprang (‚The Tudors‘), aus dessen Sicht wir die Geschichte um die zwei verfehdeten Familien miterleben dürfen. Sicherlich ist George A. Romero hier ein netter Crossover geglückt. Van Sprang konnte man – wie bereits erwähnt – in ‚Diary of the Dead‘ in einem Kurzauftritt erleben. Diese nette Idee, eine Figur aus dem vorhergegangenen Film zu nehmen und auf deren Basis eine neue Geschichte zu erzählen ist aber – traurigerweise – auch schon das Originellste an ‚Survival of the Dead‘. Dank der Familienfehde zwischen den O’Flynns und den Muldoons geraten auch die Zombies diesmal eher in den Hintergrund. Waren sie in vorherigen Filmen noch die Geschichte tragende Hauptproblematik, ist es nun die Feindschaft der beiden Familien die sich in den Vordergrund spielen darf und den Zombies das Rampenlicht stiehlt. Jediglich zum großen Showdown dürfen diese dann wieder ordentlich mitmischen, wenn sich die Familien in einer High-Noon Situation, auf einer Ranch, wie im Wilden Westen gegenüberstehen. Hier zaubert Romero dann auch wieder die ein oder andere nette Idee hervor, wie sich Mann und Zombie gegenüberstehen, was jedoch nur Originell wirkt, wenn man nicht die vielen anderen Vertreter dieses Genres gesehen hat. Ansonsten sollte sich der Regisseur einmal das Remake seines ‚Dawn of the Dead‘ anschauen oder sich an Filmen wie ’28 Days Later‘ oder ‚Planet Terror‘ orientieren, denn seine Filme lassen sich fast mit den Videospieleverfilmungen eines Uwe Boll vergleichen.

Und George A. Romero bleibt den langsamen, schlurfenden Zombies treu. Seine Kreaturen können nicht laufen, reden, denken oder was der Zuschauer in den letzten Jahren nicht alles erlebt hat um das Zombie Genre aufzumöbeln. Der sogenannte Altmeister orientiert sich also nicht an neuen Standards, sondern bleibt seinen Strickmustern aus vergangenen Tagen treu. Aber man muss sich irgendwann eben eingestehen, dass sich sowohl Zuschauer als auch der Film weiterentwickelt haben seit den Tagen in denen Romero eine wirkliche Größe war. Vielleicht ist es an der Zeit das er sich entweder den heutigen Zombiefilm Inszenierungen anpasst oder aber sich entgültig zur Ruhe setzt, bevor er sein eigenes Denkmal selbst zu Fall bringt.

Denis Sasse

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt noch keine Kommentare.

Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s