Trick ‚r Treat

Trick 'r Treat PosterDer 31.Oktober rückt mal wieder näher und so langsam findet man nicht die Weihnachtsdekorationen in den Supermärkten, sondern inzwischen auch die Halloween Ausstattungen. Ein Fest das es ursprünglich nicht in Deutschland gab, findet immer mehr Beachtung in diesem Land. Und was würde mehr zu dieser gruseligen, schaurigen Nacht passen, als der ein oder andere Horrorstreifen. Problem ist: In Zeiten von Saw, Final Destination und sonstigen Billigzeug, sieht man den Jack O’Lantern (so nennt man die ausgehüllten Kürbislaternen) vor lauter Kürbissen nicht mehr. Wo findet man endlich mal wieder einen guten Gruselfilm, der nicht nach dem „10 kleinen Negerlein“ Prinzip funktioniert (es gibt eine gewissen Anzahl von Protagonisten und einer nach dem anderen stirbt auf ungewöhnlichste Weise).

Regisseur Michael Doughery bringt uns mit „Trick ‚r Treat“ einen solchen Film. Es geht – natürlich – um die Halloween Nacht und um vier kleine Geschichten, die miteinander verschachtelt, erzählt werden. Zusammengehalten werden die unterschiedlichen Handlungsstränge dabei von dem Süßigkeitenjäger Sam, der sehr viel Wert auf das Einhalten der Halloweentraditionen legt: Trage ein Kostüm, Verteile Süßigkeiten, Blase niemals eine Kürbislaterne aus und Kontrolliere immer deine Süßigkeiten! Der kleine Sam tritt dabei durchaus schaurig in Erscheinung. Ein kleiner Kartoffelsack über den Kopf gestülpt und immer ein gruseliges Kinderlachen parat. Aber eigentlich tritt er erst am Ende des Films in den Vordergrund. Denn er ist das Problem in der vierten Geschichte des Filmes.

Trick 'r Treat 1Anfangen tut „Trick ‚r Treat“ mit Steven Wilkins, einem Typen der ausschaut wie geleckt. Seine Frau ist gestorben und er muss sich um seinen Sohn kümmern. Aber hinter der sauberen Fassade steckt natürlich ein eckeliges Spiel. In der zweiten Geschichte erfahren wir von der Legende des Halloween Schulbus Massakers. Ein kleines Grüppchen von fünf Kindern besuchen den tragischen Unfallort und finden dort mehr als sie eigentlich ertragen können. Danach geht es weiter mit Laurie, die versucht ihre Jungfräulichkeit loszuwerden. In einem Rotkäppchenkostüm steht sie für die pure Unschuld und mit Äußerungen, dass das erste Mal bei ihr perfekt sein soll, erfüllt sie die Rolle des Unschuldlamms auch perfekt. Der ominöse Vampir der sie dann verfolgt, nimmt die Rolle des bösen Wolfes in diesem Märchen ein, dass aber in „Trick ‚r Treat“ sicherlich die interessanteste Wendung nimmt. Und am Ende sehen wir dann einen alten Mann, der sich in seinem Haus versucht eben gegen den angesprochenen Sam zu wehren.

Trick 'r Treat 2Soviel ganz kurz zu dem Inhalt. Würde man genauer darauf eingehen, würde man wahrscheinlich zuviel verraten. Im ganzen Film treten Fragen auf wie, was denn mit dem Busfahrer des Massakers geschehen ist, warum heulen ständig irgendwo Werwölfe, der alte Mann der von Sam überfallen ist, ist gleichzeitig auch der Nachbar von Steven Wilkins, wer ist eigentlich der Vampir der Laurie verfolgt und sowieso tritt in jeder der Geschichten – wenn auch nur am Rande – der Charakter Sam auf. So erzählt Michael Doughery hier zwar gleich mehrere Geschichten, bettet sie aber sehr schön miteinander harmonierend in einen großen Film ein. Selten zuvor – oder einfach schon lange nicht mehr – hat man in einem Horrorfilm so viel Abwechslung geboten bekommen. Schon allein weil die Geschichten auch nicht nacheinander erzählt werden, sondern immer wieder hin und her erzählt wird.

Und eigentlich ist die Message des Filmes ganz klar: Brich bloß keine der Regeln von Halloween. Gerade die Detailverliebtheit die hier an den Tag gelegt wird ist es, die einen nach dem Film sofort mit anderen hierüber diskutieren lassen will. Aber nicht nur die Details wissen zu überzeugen. Auch die Darsteller: Anna Paquin dürfte die bekannteste von allen sein, spätestens seit ihrer „Rogue“ Rolle in den „X-Men“ Filmen oder der Serie „True Blood“. Aber auch Brian Cox (Col.Stryker aus „X-Men 2“) und Dylan Baker (er hatte bereits zwei Auftritte als Dr.Curt Connors/Die Echse in den „Spiderman“ Verfilmungen) leisten hervorragende Arbeit. Mich persönlich hat die Jungdarstellerin Samm Todd ebenfalls überzeugt, die hier als Rhondra ihr Filmdebut gibt.

Trick 'r Treat 3Das Problem mit „Trick ‚r Treat“ ist, das die Verleihfirma Warner dem Film nie eine wirkliche Chance gegeben hat. Ursprünglich sollte er bereits im Oktober 2007 herauskommen, aber Warner hat das Releasedatum nie eingehalten, alle Werbemaßnahmen gestoppt und den Film im Keller vergammeln lassen. Jetzt ist bald Oktober 2009 und der Film erscheint als DVD Veröffentlichung. Wenn sich jetzt noch herumspricht was für ein guter Horrorfilm da auf dem Markt landet, dies die DVD Verkäuft ankurbelt und Warner merkt das sie mit dem Film Geld verdienen können, habe ich Angst vor den noch kommenden Fortsetzungen. Aber wären Fortsetzungen wirklich so schlecht? Wenn das Drehbuch stimmt, kann man immerhin immer neue Geschichten erzählen. Der Film ist – mit Ausnahme Sam vielleicht – an keine Charaktere gebunden. Man könnte immer über neue Menschen erzählen. Aber die Angst bleibt – dass das Drehbuch immer weiter abflacht. Man schaue sich Saw an. Der erste Teil eine Wohltat, eine Neuerfindung des Horror-Genres. Die Folgeteile…wollen wir mal nicht erwähnen.

Aber erst einmal bekommen wir „Trick ‚r Treat“ jetzt auf DVD zu sehen und mein Ratschlag ist: Geht ihn euch ansehen! Es könnte der Horrorfilm sein, der euch 2009 im Gedächnis bleibt. Der US Erscheinungstermin ist auf den 6.Oktober gelegt, in Deutschland muss man bis zum 16.Oktober warten. Wie dem auch sei, beide Daten versichern ein zum Halloween Fest pünktliches Erscheinen von „Trick ‚r Treat“.

Denis Sasse
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1 Kommentar

  1. hmmm… das hört sich wirklich spannend an. ich bin ja immer auf der suche nach neuen horrorfilmen und in diesem kommtja sogar so etwas wie eine vampir-geschichte vor… toll!


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