Verlobung auf Umwegen

Alle vier Jahre bekommt der Monat Februar einen sogenannten Schalttag hinzu, den 29. Februar, der das Jahr zu einem Schaltjahr macht. In englischsprachigen Ländern nennt sich ein solches Jahr ‚Leap Year‘, wie dann auch der Originaltitel der amerikanisch/irischen Koproduktion ‚Verlobung auf Umwegen‘ lautet. In den Hauptrollen sehen wir Amy Adams, die sich schon bei mehreren Gelegenheiten mit dem Genre der Romantic Comedy bekannt gemacht hat (‚Verwünscht‘, ‚Wedding Date‘) sowie Matthew Goode, den man 2009 in der Graphic Novel Verfilmung ‚Watchmen‘ als ehemaligen Superhelden Ozymandias und zuletzt in ‚A Single Man‘ zu sehen bekam.

‚Verlobung auf Umwegen‘ beginnt mit Anna. Als ihr vierter Jahrestag mit ihrem Freund Jeremy vergeht, ohne das dieser ihr einen Heiratsantrag macht, nimmt sie die Sache selbst in die Hand. Die zielstrebige junge Frau fliegt ihrem Freund nach Dublin hinterher, um ihm, einem alten irischen Brauch folgend, am 29. Februar selbst einen Heiratsantrag zu machen. Doch das Wetter und das Schicksal scheinen sich gegen die verwöhnte Wohlstands-Amerikanerin verschworen zu haben und so landet sie auf der anderen Seite von Irland. Um doch noch pünktlich in Dublin anzukommen, ist sie auf die Hilfe des gutaussehenden aber von ihrem Charme gänzlich unbeeindruckten Pub-Besitzers Declan angewiesen. Während die beiden sich quer über die grüne Insel zanken, entdeckt Anna, dass die Reise zum Glück oft anders verläuft als geplant.

Diese Entdeckung macht der Zuschauer allerdings nicht, denn der Verlauf des Filmes ist absehbar, berechenbar, verläuft nicht anders als erwartet. Dementsprechend darf Amy Adams, wie schon unzählige Male zuvor, das Mädchen ohne Ecken und Kanten spielen, obwohl sie anfangs eigentlich das genaue Gegenteil sein soll. Anna Brady, die Figur die von Adams verkörpert wird, ist eine verwöhnte junge Dame, die sich in der irischen Einöde wenig wohl fühlt. Allerdings wird dies nur anhand einiger Fehltritte in Kuhfladen oder Schlammlöcher gezeigt, darüber hinaus scheint sie sich in Irland weitaus mehr wohl zu fühlen als zuvor noch in der großen Stadt. Vielleicht gelingt Adams 2012 der Imagewechsel, wenn sie in die Rolle der Rocksängerin Janis Joplin schlüpfen wird, bis dahin scheint sich aber nicht viel an dem netten Mädchen von Nebenan zu ändern.

Das Konzept hinter dem komödiantischen Anteil von ‚Verlobung auf Umwegen‘ besteht allerdings aus eben diesem Wechselspiel der Umgebungen. Die Witze zielen hauptsächlich darauf ab, dass sich die Stadtfrau nicht mit dem ländlichen Leben Irlands anfreunden kann. Wenn dann allerdings Amy Adams überraschend gut in die Bildlichkeit abseits der Großstadt hineinpasst, hat auch die Komik hierunter zu leiden. Am Rande hat man es aber geschafft, diese Landschaft zum eigentlichen Hauptdarsteller des Filmes werden zu lassen. Wo der Film als romantische Komödie versagt, kann er als Road Trip durch die schön gezeigte irische Landschaft überzeugen.

‚Verlobung auf Umwegen‘ ist ein harmloses, vorhersehbares Filmchen. Auch wenn der angesprochenen Road Trip schön anzusehen ist, ein Erfolg der allein den Landschaftsbildern zugesprochen werden darf, ist das Ziel leider absehbar und die Figuren bleiben wenig interessant.

Denis Sasse

2 Kommentare

  1. […] Wie die beiden sich gemeinsam in ‘Verlobung auf Umwegen’ schlagen, dass erfahrt ihr ab sofort in der Kriitk zum Film hier auf filmtogo. […]

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