Verrückt nach dir

Drew Barrymore und Justin Long, jetzt bewegen wir uns mal in Richtung Klatschpresse, sind im privaten Leben ein Paar. Offiziell sind die beiden bereits seit November 2007 miteinander liiert. ABER nicht immer glücklich. 2008 trennte sich das Paar, um dann aber ein Jahr später bei den Dreharbeiten zum Film ‚Er steht einfach nicht auf dich‘ wieder zusammenzukommen. Jetzt stehen sie ab heute erneut gemeinsam vor der Kamera, dieses Mal direkt in den Hauptrollen. Sie dürfen ihr Liebesleben auf der Leinwand auskosten. In ‚Verrückt nach dir‘ oder im Originaltitel weitaus logischer ‚Going The Distance‘ versuchen sich Barrymore und Long an einer Fernbeziehung.

Mit trockenem Humor und entwaffnender Direktheit verzaubert Erin den frischgebackenen Single Garrett bei Bier, Bar-Smalltalk und beim Frühstück am nächsten Morgen. Weil die Chemie ganz offensichtlich stimmt, lassen sie sich auf eine leidenschaftliche Sommerliebelei ein, gehen aber beide vom Ende der Beziehung aus, sobald Erin nach San Francisco zurückkehrt und Garrett in New York seine Arbeit wieder aufnimmt. Weil aber die gemeinsamen sechs Wochen unauslöschliche Spuren hinterlassen haben, wünschen sich bald beide, dass die Zweisamkeit niemals enden möge. Sie beschließen etwas festes, aber fernes zu beginnen. Garretts Freunde Box und Dan ziehen ihn schon nach kurzer Zeit damit auf, dass er plötzlich auf seine schlanke Linie achtet und ununterbrochen am Handy hängt, denn sie haben kein Interesse daran, ihren Trinkkumpanen, wie unzählige Male zuvor, an eine derart wackelige Beziehung zu verlieren. Gleichzeitig versucht Erins übervorsorgliche, verheiratete Schwester Corrine zu verhindern, dass Erin immer wieder den selben Fehler beginnt und ihre eigenen Träume für einen Mann aufgibt.

Man(n) gehe ruhig mit den herkömmlichen Vorurteilen gegenüber romantischen Komödien in ‚Verrückt nach dir‘, damit man sich positiv überraschen lassen kann. Wurden dem Kinozuschauer in den vergangenen Monaten reichlich Filme vorgesetzt bekommen, angefangen bei ‚Die nackte Wahrheit‘ bis hin zu ‚Der Kautions-Cop‘ (und irgendwie immer mit Gerard Butler), bei denen ein zu Beginn ungleiches Paar am Ende doch noch zueinander findet, bildet dieser Film insofern die Ausnahme, das er sich nicht mit dem Finden der Liebe, sondern mit dem Ausleben eben dieser beschäftigt. Es wird versucht die Tücken einer Fernbeziehung aufzuzeigen, die in der heutigen, schnelllebigen und weitläufigen Gesellschaft immer mehr verbreitet sein dürfte. Eine erfrischende, und zugleich durchaus unterhaltsame Herangehensweise im großen, langweiligen Wald voller Romantic Comedys.

Dabei hat Regisseurin Nanette Burstein gut daran getan ein Hauptdarstellerpärchen für ihren Film zu wählen, das auch im realen Leben zueinander gefunden hat. So musste sie sich schon mal keine Gedanken um die Chemie zwischen Drew Barrymore und Justin Long machen, die wie erwartet, von den beiden hervorragend aus der echten Welt auf die Leinwand transportiert wird. Aber auch die Nebenrollen tragen ihren Teil zur Funktionalität der Handlung bei. Auf Justin Longs Seite wäre da das Duo bestehen aus Charlie Day (aus der TV Serie ‚It’s Always Sunny In Philadelphia‘), der den kauzigen Dan verkörpert und Jason Sudekis (aus der amerikanischen Show ‚Saturday Night Live‘) als Box, immer auf der Jagd nach älteren Frauen. Das Gespann konnte sich hier schon mal einspielen, sind sie 2011 doch erneut gemeinsam in der Komödie ‚Horrible Bosses‘ zu sehen. Drew Barrymore wird unterstützt durch Christina Applegate als ihre Schwester Corinne. Erstaunlich das die beiden tatsächlich als Schwestern durchgehen könnten, sind ihre Erscheinungsbilder durchaus familiär angeglichen.

Auf der technischen Ebenen wird an mehreren Punkten im Film mit Montagen gearbeitet, welche die Handlung beschleunigen und die Intensität der jeweiligen Gegebenheiten dadurch steigern. Kennt man: Viele aneinandergeschnittene ‚Wir sind so glücklich‘ Momente lassen das Paar zur großen Liebe werden. Dazu gesellen sich hippe Musik von Mychael Danna, der bereits für ‚(500) Days of Summer‘ komponieren durfte und Musikclip ähnliche Bilder, Splitscreens und Kamerafahrten, die den Film MTV Generation tauglich machen.

‚Verrückt nach dir‘ ist die romantische Komödie des Jahres, die aus der Masse hervorsticht. An einigen Stellen zwar schon kitschig, konzentriert sie sich aber eher auf den Wortwitz, den teilweise schwarzen Humor und Sarkasmus den alle beteiligten Darsteller von sich geben dürfen. Wenig Kitsch, dafür mehr spaßige Unterhaltung, so sollte ein guter Film dieses Genres aufgebaut sein.

Denis Sasse

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1 Kommentar

  1. […] Ob’s klappt erfahrt ihr ab sofort in der Kritik zu ‘Verrückt nach dir’, der am 2.September in den deutschen Kinos anläuft. Direkt hier auf filmtogo. […]


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