Wenn Liebe so einfach wäre

Die amerikanische Regisseurin und Drehbuchautorin Nancy Meyers hat sich mit ihren Filmen „Was Frauen wollen“ und „Was das Herz begehrt“ einen Namen in Hollywood gemacht als Frau, die Filme inszenieren kann, bei denen hauptsächlich schon die etwas älteren Semester im Mittelpunkt stehen. Diese bleiben aber trotzdem attraktiv und werden oft auch erfolgreich dargestellt. Ungefähr alle drei Jahre liefert Meyers inzwischen einen solchen Film ab, zuletzt mit Diane Keaton in der Hauptrolle, jetzt in ihrem neuesten Film „Wenn Liebe so einfach wäre“ schickt sie Meryl Streep in ein Liebesdreieck mit Alec Baldwin und Steve Martin an ihrer Seite.

Erst einmal geht es zu Beginn um die doch eher fragwürdige Beziehung zwischen Jake und Jane. Die beiden waren einmal verheiratet, haben drei inzwischen erwachsene Kinder, leben nun aber bereits seit zehn Jahren getrennt voneinander. Während Jane ihr Leben allein fristet, dafür aber eine erfolgreich laufende Bäckerei auf die Beine gestellt hat, ist der Anwalt Jake mit einer weitaus jüngeren und attraktiveren Frau liiert. Trotzdem pflegen Jake und Jane ihr Zusammenleben, haben immer noch eine freundschaftliche Beziehung. Bis zu einem feuchtfröhlichen Abend, an dem sie wieder gemeinsam in einem Bett landen. Und bei diesem einen Mal soll es nicht bleiben. Jane findet sich plötzlich in einer Affäre mit ihrem Ex-Ehemann wieder, die beide versuchen sowohl vor seiner neuen Frau als auch vor ihren eigenen Sprösslingen Geheim zu halten. Dann platzt auch noch der Architekt Adam in diese Situation hinein. Ein liebenswerter ungebundener Mann der sich in Jane verliebt und sich als Kontrahent zu ihrem Ex-Ehemann etablieren kann. Nun steht Jane also zwischen den Fronten – auf der einen Seite ihre Affäre mit dem Ex, auf der anderen die Möglichkeit einer festen Beziehung mit Adam, dem Architekten.

Man sollte meinen bei einer Besetzungsliste auf der sich Namen wiederfinden wie Meryl Streep, Alec Baldwin, Steve Martin oder aber auch John Krasinski, den man spätestens seit „Away We Go“ in sein Herz geschlossen haben sollte, bekommt man einen gute romantische Komödie geliefert, die ein wenig Tiefgang beweist oder vielleicht zum Denken anregt. Stattdessen muss man sich hier trotz hochkarätiger Namen mit einem Film a la „American Pie“ mit über 40jährigen – oder 50?! – herumschlagen. Das gruseligste an der ganzen Geschichte ist dann, dass sich alle Charaktere so aufführen, als seien sie noch im besten Teenager Alter. Ein Steve Martin als lockerer Architekt mit Chucks an den Füßen, wirkt dann doch filmisch sehr gestellt. Hier hat die Regisseurin den Holzhammer ausgepackt und will ihren Zuschauern zeigen, dass Steve Martins „Adam“ eine junggebliebene coole Sau sein soll.

Auch ein Alec Baldwin kann da nicht mehr viel retten, so charismatisch und selbstironisch er seinen „Jake“-Charakter auch spielen mag, schafft er es dabei trotzdem nicht den Film aufzuwerten. Meryl Streep wurde für die Darstellung ihrer Rolle in diesem Film für einen Golden Globe ausgezeichnet, auch wenn ich die Nominierung an sich schon nicht verstehe, dürfte es bezeichnend sein, dass sie in der gleichen Kategorie für den Film „Julie & Julia“ prämiert wurde und eben nicht für diese gescheiterte RomCom. Wie bereits erwähnt, es ist einfach Schade das sich drei gestandene Darsteller wie Streep, Baldwin und Martin für eine solche Tortur hergegeben haben. Davon profitiert ein John Krasinski, der zwar ebenfalls mit seiner Rolle unterfordert wirkt, aber im Gegensatz zu den anderen Figuren mit ein paar gut platzierten One-Linern immerhin zur sympathischsten Figur des Filmes wird.

Mit „Wenn Liebe so einfach wäre“ bekommen wir nun also einen Film zu sehen, bei dem die Darsteller scheinbar ein wenig Spaß beim gemeinsamen Leinwandauftritt hatten. Jedoch hat man in keinster Weise daran gedacht, dass es hier darum gehen sollte, dass die Zuschauer ebenfalls Spaß haben sich den Film anzuschauen. Sowohl Meryl Streep, als auch Alec Baldwin und Steve Martin haben meine Anerkennung für ihre normalerweise guten filmischen Leistungen – Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel – aber was der Zuschauer hier ertragen muss, ist den Gang ins Kino definitiv nicht Wert.

Denis Sasse

1 Kommentar

  1. […] Kritik zum Film gibt es jetzt hier auf Film To Go… zu […]


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