When in Rome – Fünf Männer sind vier zu viel

Was haben die Filme ‚Ghost Rider‘, ‚Daredevil‘ und ‚Elektra‘ gemeinsam? Natürlich handelt es sich bei all diesen Werken um Comicverfilmungen. Allerdings um Comicverfilmungen die eher negativ belastet sind. Sollte es eventuell mit dem Namen Mark Steven Johnson zusammenhängen, dass man hier Filme jenseits von gut und böse geboten bekommen hat? Dieser war sowohl bei ‚Ghost Rider‘ mit Nicolas Cage in der Hauptrolle als auch bei ‚Daredevil‘ mit Ben Affleck als Regisseur tätig, während er zu ‚Elektra‘ das Drehbuch beisteuerte. Fernab von der Welt der Comics versuchte sich Johnson jetzt an einer übernatürlichen romantischen Komödie: ‚When In Rome‘ heißt sein neuester Erguss, dem man dann aber auch nicht allzu viel abgewinnen kann.

Kristen Bell (‚Veronica Mars‘, ‚Heroes‘) spielt eine aufstrebende, junge New Yorkerin, die seit der Trennung von ihrem Freund (Lee Pace aus der Fernsehserie ‚Pushing Daisies‘ oder dem Film ‚The Fall‘) desillusioniert in Sachen Liebe durch das Leben geht. Vielmehr möchte sie sich auf ihre Karriere konzentrieren, hat jeglichen Glauben an die Romantik verloren. Sie verbringt einige Tage in Rom, als ihre kleine Schwester beschließt dort ihre Hochzeit zu feiern. Einem Brunnen der Liebe, so jedenfalls ein Aberglaube der Stadtbewohner, entnimmt sie fünf Münzen, die von liebessuchenden Männern hineingeworfen wurden, die sie fortan, von der Liebe besessen, verfolgen. Aber während sich vier der Männer als Witzfiguren herausstellen, ist es der charmante Reporter Nick (gespielt von Josh Duhamel aus den beiden ‚Transformers‘ Filmen), der in ihr die Hoffnung weckt, dass für sie die Hoffnung auf Liebe noch nicht verloren ist.

Diese Prämisse lässt vermuten, dass hier ein Film geschaffen wurde, der auf seine romantischen Elemente setzt. Schnell wird aber die brutale Realität klar: Mit ‚When In Rome‘ liegt eine weitere bescheuerte Komödie vor, deren Daseinsberechtigung gerne angezweifelt werden darf. Vielleicht sollte sich Kristen Bell darauf beschränken Rollen in Fernsehserien anzunehmen, sind diese doch meist besser und prägnanter für sie, als es jeder ihrer filmischen Ausflüge – man nehme ‚Nie wieder Sex mit der Ex‘ oder ‚All Inclusive‘ – bisher gewesen ist. So darf sie auch hier eine Figur verkörpern, die ihrem schauspielerischen Talent sicher nicht gerecht werden dürfte. Stolpert sie doch eigentlich nur als vom Pech verfolgte Künstlern von Szene zu Szene, darf das amerikanische Blondchen in Italien mimen, das natürlich dem Kulturschock und der fremden Sprache erlegen ist und sich dann von einer Reihe von albernen Männerfiguren verfolgen lassen.

Der übernatürliche Effekt, der die Männer an die Münzen bindet kommt zwar erst einmal recht merkwürdig daher, würde aber auch origineller wirken, wenn diese Männer eben keine Lachnummern wären. Hier wird auf überzogene Figuren gesetzt, denen jede Form von Identifikationsmöglichkeiten fehlen. Dabei ist es egal ob wir einen Würstchen-Mogul – gespielt von Danny DeVito – oder ‚Napoleon Dynamite‘ Jon Heder vorgesetzt bekommen, unsympathisch bleiben sie alle, nerven, lassen eher die Hoffnung aufkommen das es sich um einen fünfminütigen Gastauftritt handelt, der dann aber leider auf die Gesamtheit des Filmes ausgedehnt wird. Wenn es interessante Figuren gibt, dann sind es die der besten Freunde der Hauptprotagonisten. Etwas schrullig kommt dabei Darstellerin Kate Micucci (‚Das letzte Hurra‘, ‚Scrubs‘) daher, die ihrer Freundin zur Liebe verhelfen will, während Bobby Moynihan (‚Saturday Night Live‘, ‚The Invention Of Lying‘) der beste Kumpel ist, der die Männerfreundschaft durch den Einzug einer Frau als gefährdet ansieht.

Leider verpasst man es diese Figuren mehr in den Fokus zu rücken, wie man es auch verfehlt hat den Titel zu nutzen um einige schöne Kamerabilder aus Rom einzufangen. Stattdessen bewegt sich die Handlung etwa zehn Minuten in der italienischen Stadt, bevor es ganz schnell wieder zurück in ein überbevölkertes New York geht. Zwar auch immer eine schöne Kulisse, aber die Erwartungen bei dem Titel ‚When In Rome‘ gehen bildtechnisch schlichtweg in eine andere Richtung. Sollte man dem Film eine schöne Szene zuordnen, so darf sich gerne der Abspann angeschaut werden, wo alle Figuren noch einmal zusammenkommen um das Tanzbein zu schwingen. Ansonsten darf man um ‚When In Rome‘ aber gerne einen großen Bogen machen.

Denis Sasse

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1 Kommentar

  1. […] Kritik zum Film gibt es ab sofort hier auf filmtogo. Der Film startet diesen Donnerstag in den deutschen […]


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