Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Die einen warteten und hofften auf eine weiße Weihnacht, andere wünschen sich nichts mehr als aus ihrer Kleinstadtidylle, in der es ausser Sardinen nichts großartig an Lebensmitteln zur Versorgung gibt, mit etwas abwechslungsreicherem Essen errettet zu werden. Sony Pictures Animation Studios bringt mit „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ die Verfilmung von Judi Barretts gleichnamigen Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1978 in die Kinos. Inhaltlich wurde die 32seitige Vorlage natürlich etwas ausgeschmückt um daraus einen abendfüllenden Spielfilm zu machen.

Flint Lockwood ist dabei der Hauptprotagonist. Ein zwar begeisterter Erfinder, aber zumeist doch auch eher erfolglos mit seinen kuriosen Hirnsprösslingen. Seien es aggressive Rattenvögel, ein herumlaufender Fernsehapparat oder Aufsprühschuhe – die Allgemeinheit erkennt schon relativ früh, dass es mit dem erfinderischen Talent Lockwoods nicht viel auf sich hat. Nur seine Mutter weiß ihn in seinem Traum vom großen Erfinder-Dasein zu ermutigen und ihm zur Seite zu stehen. Als diese jedoch stirbt und Flint allein mit seinem eher missmutigen Vater Tim zurückbleibt, der sich wünscht das sein Sohn mit ihm gemeinsam das familiäre Sardinen-Geschäft weiterführt, zieht sich der verkappte Erfinder immer mehr in sein Labor zurück und werkelt an seinen Gerätschaften herum. Dabei bleibt der Traum vom großen Durchbruch, von der einen Erfindung die ihm Ruhm und Ehre verschaffen soll, immer in seinem Kopf existent. Ausgerechnet an dem Tag, an dem der Bürgermeister seines kleinen Heimatdorfes einen Sardinen-Freizeitpark eröffnen will, gelingt Flint unfreiwillig ein Wunder. Er schießt aus Versehen eine Maschine in die Wolkendecke, die bewirkt das es zuerst Hamburger und später jede gewünscht Mahlzeit vom Himmel regnet. Die bei einem Wetter-Fernsehsender arbeitende Praktikantin Sam wird zur Reportage dieses Naturereignisses geschickt. Schon bald outet sie sich als Nerd, in die Flint sich verliebt. Über diese ganz neue Erfahrung und den Rummel um seine Person ist er allerdings blind für die Gefahr, die von seiner Maschine ausgeht. Denn schon bald gerät das Esswetter ausser Kontrolle und die Stadt wird von Spaghetti Wirbelstürmen und Lebensmittelflutwellen heimgesucht.

Mit den Sprechern in „Cloudy With A Chance Of Meatballs“, wie der englische Originaltitel lautet, hat man Menschen gefunden, die geradezu perfekt auf die Charaktere zu passen scheinen. Bill Hader, Andy Samberg und Will Forte aus der amerikanischen Fernsehshow „Saturday Night Live“, die Fernsehdarsteller Mr.T („Das A-Team“), Neil Patrick Harris („How I Met Your Mother“), Lauren Graham („Gilmore Girls“) und Neil Flynn („Scrubs“) und zusätzlich noch Anna Faris („Brokeback Mountain“), James Caan („Dogville“), Bruce Campbell („My Name Is Bruce“) und Benjamin Bratt („Traffic“). Für die deutsche Synchronisation wurden größtenteils auch die deutschen Stimmen der jeweiligen Darsteller verpflichtet und auf „Dschungelcamp“ C-Prominenz verzichtet. Verantwortlich für die eindeutschung der Texte war Axel Malzmacher, der bereits ausgezeichnet wurde für seine Arbeiten an „Ratatouille“ und „Syriana“ sowie der TV Serie „Scrubs“.

„Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ ist ein bunter Animationsspaß der vor allem in 3D zu einem Kinoerlebnis wird. Natürlich setzt man nicht nur auf beeindruckende Effekte und bunte Bilder, sondern wie für einen Kinderfilm – wenn man ihn diese Schublade legen möchte – typisch, versucht er auch moralische Aspekt in die Geschichte mit einzubeziehen. So haben wir einen Vater, der seine Gefühle seinem Sohn gegenüber erst zum Ende des Filmes eröffnen kann. Natürlich wird darauf verwiesen, wie schlecht Fast-Food ist und das man sich lieber Gesund ernähren sollte. „Lebe deinen Traum“, „Sei wie du bist“ oder „Gemeinsam sind wir stark“ sind nur einige andere Beispiele für gar nicht so sehr unterschwellige Holzhammer die der Zuschauer einstecken muss. Aber ist okay, der Film macht auch mit den moralischen winkenden Zaunpfählen Spaß.

Das liegt wohl hauptsächlich an den liebevollen Charakteren, mit denen man den Spaß an der Fressfront miterleben kann. Die gute Laune überträgt sich beim Zuschauen, man möchte am liebsten selbst in einem großen Wackelpuddingschloß umherspringen oder auf Bergen aus Eiscreme Schlitten fahren. Der Film bietet eine unterhaltsame Geschichte von der man keine Sekunde verpassen möchte. Noch einmal soll gesagt werden, das die Buchvorlage jediglich 32 Seiten umfasst und hier ähnlich wie bei „Wo die wilden Kerle wohnen“ erstaunlich viel aus dieser Vorlage gemacht wurde. Temporeiche Unterhaltung, hohes Animationsniveau und Effekte bei denen ein 3D Fan sicherlich auf seine Kosten kommen wird. Sicherlich der stärkste Academy Award Konkurrent für Pixars „Oben“, an den er dann aber doch nicht ganz heranreichen kann.

„Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ startet am 28.Januar 2010 in den deutschen Kinos.

Denis Sasse
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